Sacha Boey steht beim FC Bayern endgültig auf dem Abstellgleis. Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte, nimmt nun klare Konturen an. Der 25-jährige Franzose gilt als Verkaufskandidat – und das nicht erst seit Kurzem. Sportvorstand Max Eberl hatte zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, dass man für den Rechtsverteidiger eine Lösung sucht. Entscheidend ist jedoch: Auch Trainer Vincent Kompany, lange Zeit ein Befürworter Boeys, sieht mittlerweile keine Verwendung mehr für ihn.
Damit ist klar: Die Trennung ist sportlich gewollt. Nach kicker-Informationen spielen dabei vor allem interne Themen eine Rolle. Boey soll sich wiederholt undiszipliniert verhalten haben, was letztlich dazu führte, dass Kompany den Franzosen zunächst aussortierte. Der Vertrauensverlust wiegt schwer – gerade unter einem Trainer, der großen Wert auf Disziplin, Verlässlichkeit und Teamstruktur legt.
Interesse aus England und Frankreich
Ganz ohne Markt ist Boey allerdings nicht. Wie der kicker aus dem Ausland erfahren haben will, beschäftigen sich mehrere Klubs mit der Situation des Bayern-Verteidigers. Demnach beobachten unter anderem der FC Everton sowie Olympique Lyon und Olympique Marseille die Entwicklungen rund um den Franzosen sehr genau. Gut möglich, dass einer dieser Vereine in den kommenden Tagen ernst macht.
Allerdings ist das Interesse an klare Bedingungen geknüpft. Ein Thema, das auf dem Markt immer wieder genannt wird, ist Boeys Gehalt. Dieses gilt im Verhältnis zu seiner aktuellen sportlichen Situation als üppig – ein Faktor, der potenzielle Abnehmer zögern lässt. Gerade Klubs wie Lyon oder Marseille müssen sehr genau kalkulieren, während Everton zwar finanziell stärker aufgestellt ist, ebenfalls keine Risiken eingehen will.
Monatelang ohne Spielpraxis – ein zusätzliches Risiko

Erschwerend kommt hinzu, dass Boey seit November keine Pflichtspielminute mehr absolviert hat. Zunächst war er von Kompany aus sportlichen Gründen außen vor gelassen worden, anschließend setzte ihn eine hartnäckige Magen-Darm-Erkrankung außer Gefecht. Diese hält den Franzosen bis heute vom Spielbetrieb fern.
Max Eberl bestätigte zuletzt, dass Boey in dieser Zeit deutlich an Gewicht verloren habe und körperlich erst wieder aufgebaut werden müsse. Für interessierte Klubs ist das ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Ein Spieler ohne Matchpraxis, der körperlich noch nicht bei hundert Prozent ist und gleichzeitig hohe Gehaltsforderungen mitbringt, stellt ein nicht unerhebliches Risiko dar.
Kompany hat intern abgeschlossen
Besonders brisant: Innerhalb des FC Bayern scheint die Entscheidung bereits gefallen zu sein. Kompany, der Boey zu Beginn seiner Amtszeit noch unterstützt hatte, hat intern offenbar einen klaren Strich gezogen. In der aktuellen Planung spielt der Franzose keine Rolle mehr – weder kurzfristig noch perspektivisch. Die wiederkehrenden Personalprobleme auf der Rechtsverteidigerposition ändern daran nichts.
Damit läuft die Zeit gegen Boey. Elf Tage bleiben den Beteiligten noch, um eine Lösung zu finden. Gelingt es nicht, den Rechtsverteidiger in diesem Transferfenster unterzubringen, droht eine monatelange Hängepartie ohne sportliche Perspektive. Für einen Spieler in seinem Alter wäre das ein herber Rückschritt.
Der FC Bayern wiederum steht vor einer klassischen Transferaufgabe: einen klar aussortierten Spieler zu marktgerechten Bedingungen abzugeben, ohne dabei selbst unter Zugzwang zu geraten. Ob Everton, Lyon oder Marseille diesen Schritt gehen – oder ob Boeys Gehalt und Fitness den Deal platzen lassen – wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.
