Matthäus erklärt den Bayern-Effekt: Deshalb liefern junge Spieler beim FCB sofort

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern erlebt in dieser Saison nicht nur sportlich einen Höhenflug, sondern auch eine bemerkenswerte Entwicklung im Bereich der Nachwuchsspieler. Aleksandar Pavlovic, Lennart Karl und weitere Talente haben sich nicht nur in den Profikader gespielt, sondern prägen Spiele auf höchstem Niveau mit. Für Lothar Matthäus ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis eines funktionierenden Gesamtgefüges.

In seiner Kolumne bei Sky bringt der Rekordnationalspieler einen zentralen Punkt auf den Tisch: „Der einzige Verein in Deutschland, der seine Superstars halten kann und bei dem kein Neuaufbau nötig ist, heißt Bayern München.“ Genau darin liege der entscheidende Unterschied zu anderen Klubs. Während andernorts Umbrüche, Abgänge und Neuanfänge den Alltag bestimmen, entwickeln sich junge Spieler beim FC Bayern in einer stabilen, eingespielten Mannschaft.

Matthäus spricht über den Bayern-Effekt: „Das funktioniert absolut“

Matthäus hebt hervor, dass Talente wie Pavlovic oder Lennart Karl in ein Team hineinkommen, „das absolut funktioniert“. Jeder Spieler kenne seine Rolle, die Abläufe seien klar, die Hierarchien gefestigt. „Wenn jeder weiß, wo seine Position ist, kann ein junger Spieler auch mal einen falschen Laufweg machen, aber es wird im Endeffekt keine Auswirkungen haben“, schreibt Matthäus. Fehler werden aufgefangen, Unsicherheiten kaschiert – ein Luxus, den junge Profis selten genießen.

Genau diese Sicherheit ist es, die den Unterschied macht. Talente müssen beim FC Bayern nicht sofort alles tragen oder Spiele allein entscheiden. Sie wachsen in ein bestehendes System hinein, statt es tragen zu müssen. Das Ergebnis: selbstbewusste Auftritte, mutige Aktionen und konstante Leistungen.

Kompany hat das „große Schiff“ im Griff

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Ein weiterer Faktor ist für Matthäus die Arbeit von Trainer Vincent Kompany. Der Belgier habe eine gewisse Anlaufzeit gebraucht, doch inzwischen habe er „das große Schiff Bayern München unter Kontrolle“. Die Mannschaft funktioniere als Einheit – und davon profitiere jeder Einzelne. Gerade für junge Spieler sei das die ideale Umgebung, um sich zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

Niemand ruhe sich auf dem Erfolg aus, betont Matthäus. Im Gegenteil: Der Hunger innerhalb des Teams sei allgegenwärtig. „Niemand ruht sich auf dem Erfolg aus, alle sind hungrig – und dieser Hunger macht sie so gefährlich“, schreibt der 63-Jährige. Die Bayern spielen schneller, selbstbewusster und laufintensiver – Werte, die sich auch in Zahlen und Rekorden widerspiegeln.

Matthäus: „Kane ist der Architekt dieses Teams“

Bemerkenswert ist für Matthäus auch die Rolle von Harry Kane. Der Engländer ist längst mehr als nur Torjäger. „Harry Kane funktioniert nicht nur als Torjäger, sondern auch als Spielgestalter. Er ist der Architekt dieses Teams“, so Matthäus. Kane strukturiert das Offensivspiel, bindet Mitspieler ein und sorgt dafür, dass junge Spieler um ihn herum glänzen können.

Gerade für Talente ist ein solcher Fixpunkt Gold wert. Sie können sich an ihm orientieren, profitieren von seiner Übersicht und werden in gefährliche Räume gebracht. Das erleichtert den Übergang vom Talent zum Leistungsträger erheblich.

Der aktuelle Talent-Boom beim FC Bayern ist kein Zufall

Am Ende läuft alles auf einen zentralen Punkt hinaus: Beim FC Bayern stimmt das Umfeld. Die Mischung aus Erfahrung, Stabilität, klarer Führung und sportlichem Erfolg schafft ideale Bedingungen für junge Spieler. Ob rechts vorne oder links hinten – wer bei den Bayern seine Chance bekommt, findet ein System vor, das Leistung nicht nur fordert, sondern ermöglicht.

Für Matthäus ist deshalb klar: Der aktuelle Talent-Boom ist kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck eines Klubs, der sportlich wie strukturell genau weiß, was er tut. Und genau das macht den FC Bayern derzeit so gefährlich – in der Gegenwart und mit Blick auf die Zukunft.

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