Er wollte ihn unbedingt: Bayern-Bosse erfüllten Kompany diesen Wunsch-Transfer

Vjekoslav Keskic

Anfang Januar sorgte der FC Bayern mit einem ungewöhnlichen Transfer für Aufmerksamkeit. Der deutsche Rekordmeister verpflichtete den erst 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye per Leihe von den Gambinos Stars Africa aus Gambia – zunächst bis zum Sommer 2026. Ein Deal abseits der großen Schlagzeilen, hinter dem jedoch ein klarer sportlicher Gedanke steht. Und vor allem: ein klarer Wunsch von Vincent Kompany.

Wie der Sky-Podcast Mia san Vier berichtet, ging die Verpflichtung direkt auf den Bayern-Cheftrainer zurück. Kompany hatte Ndiaye bereits im Sommer 2025 kennengelernt, als der Belgier mit dem Grasshopper Club Zürich in einem Testspiel auf den FC Bayern traf. Der junge Gambier hinterließ dabei offenbar einen nachhaltigen Eindruck beim heutigen Bayern-Coach. So sehr, dass Kompany anschließend gezielt den Weg in die Chefetage suchte.

Ndiaye: Kompany als treibende Kraft hinter dem Transfer

Nach Informationen des Podcasts soll Kompany seinen Wunsch, Ndiaye zu verpflichten, intern klar hinterlegt haben. Der Trainer ließ sich daraufhin umfassend über den Spieler informieren – sportlich wie charakterlich. Erst danach fiel die Entscheidung, den 18-Jährigen nach München zu holen. Ein Vorgehen, das gut zur aktuellen Bayern-Strategie passt: gezielte, entwicklungsorientierte Transfers statt kurzfristiger Lösungen.

Ndiaye gilt als hochveranlagtes Talent mit außergewöhnlichen physischen Voraussetzungen. Besonders sein Sprinttempo, seine Ballsicherheit und seine Robustheit sollen die Verantwortlichen überzeugt haben. Eigenschaften, die im intensiven Spielstil von Kompany eine zentrale Rolle spielen. Der junge Gambier soll in den kommenden Wochen, sobald er vollständig fit ist, schrittweise ins Mannschaftstraining integriert werden.

Bayern verfolgt mit Ndiaye konkreten Plan

Bara Sapoko Ndiaye
Foto: IMAGO

Anders als bei vielen Leihspielern verfolgt der FC Bayern mit Ndiaye einen konkreten Plan. Laut Sky ist vorgesehen, dem Offensivspieler bereits in der Rückrunde Einsätze bei den Profis zu ermöglichen. Kompany möchte sich selbst ein Bild davon machen, wie schnell Ndiaye das Niveau und die Abläufe auf höchstem Level adaptiert.

Diese Herangehensweise fügt sich nahtlos in die zuletzt häufiger zu beobachtende Linie ein, jungen Spielern früh Vertrauen zu schenken. Beispiele wie Lennart Karl, Tom Bischof oder Felipe Chávez zeigen, dass der Weg von der Perspektividee bis zu Bundesliga-Minuten beim FC Bayern inzwischen deutlich kürzer geworden ist – vorausgesetzt, Trainer und Spieler ziehen gemeinsam an einem Strang.

Bayern wollen im Sommer Ndiaye-Entscheidung treffe

Wie es mit Ndiaye über den Sommer hinaus weitergeht, ist bewusst offen gehalten. Die Leihe läuft zunächst bis 2026, dennoch wollen die Bayern bereits im kommenden Sommer eine erste grundsätzliche Entscheidung treffen. Denkbar sind mehrere Szenarien: eine feste Verpflichtung, ein weiteres Jahr im Bayern-Kader oder eine erneute Leihe, um Spielpraxis zu sammeln.

Fest steht: Die Verpflichtung von Bara Sapoko Ndiaye ist kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck der Handschrift von Kompany. Der Belgier denkt langfristig, sucht gezielt nach Profilen, die zu seiner Spielidee passen – und scheut sich nicht, auch abseits der bekannten Transferpfade fündig zu werden. Für Ndiaye ist es die große Chance, beim FC Bayern den nächsten Schritt zu machen. Für die Münchner möglicherweise ein weiterer Glücksgriff.

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