Der FC Bayern geht als klarer Favorit in das Champions-League-Duell gegen Union Saint-Gilloise. Alles andere als ein Heimsieg der Münchner wäre eine Sensation. Doch die Belgier reisen nicht nur mit Respekt, sondern auch mit einem klaren Plan und großer Motivation in die Allianz Arena. Trainer David Hubert machte vor dem Spiel unmissverständlich deutlich, welch außergewöhnliche Bedeutung dieses Duell für seinen Klub hat.
Schon auf der Pressekonferenz wurde deutlich, welchen Stellenwert das Spiel gegen den FC Bayern für Union Saint-Gilloise besitzt. „Man kann sagen, dass es kein größeres Spiel gibt. Es gibt fast keine größere Herausforderung, als hier gegen Bayern zu spielen“, erklärte Hubert und erlaubte sich dabei sogar einen kleinen Scherz über die Dimensionen in München. Selbst die Mikrofone im Presseraum seien größer als gewohnt, merkte der 37-Jährige schmunzelnd an.
Sportlich allerdings ist ihm der Ernst der Lage bewusst. Der belgische Meister sieht sich einer Mannschaft gegenüber, die aktuell zu den formstärksten Teams Europas zählt. „Die Gefahr bei den Bayern kommt von überall“, betonte Hubert und gewährte dabei einen seltenen Einblick in seine Vorbereitung. Normalerweise benötige er rund zwei Stunden für eine Gegneranalyse – beim FC Bayern seien es gleich zwei Tage gewesen. Ein deutliches Zeichen dafür, welchen Respekt Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz und Co. beim kommenden Gegner genießen.
Außenseiterrolle mit Hunger angenommen

Trotz der erdrückenden Favoritenrolle der Münchner will Union Saint-Gilloise nicht in Ehrfurcht erstarren. Hubert sprach offen von „Lust“ und „Hunger“, die Bayern herauszufordern. Sein Team wolle die Außenseiterchance bewusst annehmen und sich der Mammutaufgabe stellen, auch wenn der Respekt vor Vincent Kompanys Mannschaft groß sei.
Personell müssen die Belgier dabei allerdings Abstriche machen. Mittelstürmer Kevin Rodriguez, bislang einer der Leistungsträger, fehlt verletzt und ist nicht mit nach München gereist. Dafür steht mit dem österreichischen Nationalspieler Raul Florucz ein weiterer Offensivakteur zur Verfügung, der die Größenordnung des Gegners klar einordnete. „Das sind alles Weltklassespieler. Sonst würden sie nicht bei Bayern München spielen“, sagte der 24-Jährige und verwies auf die Ergebnisse des Rekordmeisters als eindeutigen Beleg.
Während der FC Bayern mit einem weiteren Sieg das direkte Ticket für das Achtelfinale lösen kann, kämpft Union Saint-Gilloise noch um den Sprung in die Play-offs. Als Tabellen-29. fehlen den Belgiern nur wenige Punkte auf die begehrten Plätze. Der Anreiz ist also groß – doch die Hürde könnte kaum höher sein.
