Beim Champions-League-Heimspiel des FC Bayern gegen Royale Union Saint-Gilloise steht die Allianz Arena unter besonderen Vorzeichen. Erstmals seit langer Zeit muss der deutsche Rekordmeister auf die gewohnte Unterstützung aus der kompletten Südkurve verzichten. An der Stimmung auf den Rängen ändert das jedoch überraschend wenig.
Auslöser für die Sperre ist eine Maßnahme der UEFA. Nach dem massiven Abbrennen von Pyrotechnik beim 3:1-Erfolg gegen Sporting Lissabon im Dezember wurden die Blöcke 111 bis 114 mit insgesamt rund 4.800 Plätzen für das folgende Champions-League-Heimspiel gesperrt. Der FC Bayern entschied sich jedoch bewusst für ein härteres Vorgehen und schloss den gesamten Unterrang der Südkurve. Betroffen sind damit die Blöcke 109 bis 117 und insgesamt 9.336 Tickets.
Der Verein begründete diesen Schritt mit organisatorischen Gründen. Aufgrund freier Platzwahl und fehlender Personalisierung sei es nicht möglich gewesen, eine Trennung zwischen beteiligten und unbeteiligten Fans sicherzustellen. Entsprechend blieb die Südkurve im Unterrang beim Duell gegen Saint-Gilloise komplett leer.
Ultras formieren sich im Oberrang
Die aktive Fanszene ließ sich von der Maßnahme jedoch nicht vollständig ausbremsen. Im Rahmen einer zuvor angekündigten Guerilla-Aktion sicherten sich zahlreiche Ultras Tickets im Oberrang der Südkurve. Dort formierten sich die Fans neu und machten trotz der ungewohnten Konstellation lautstark auf sich aufmerksam.
Zwar blieb der klassische Stehplatzbereich verwaist, akustisch war davon jedoch wenig zu spüren. Gesänge, Klatschrhythmen und Trommeln hallten auch aus den oberen Rängen deutlich durch das Stadion. Die Bayern-Spieler mussten somit nicht auf den gewohnten Rückhalt verzichten – auch wenn dieser an diesem Abend aus ungewohnter Richtung kam.
Stimmung trotz leerer Kurve spürbar
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— FCBinside (@fcbinside_de) January 21, 2026
Das Bild ist ungewohnt, die Atmosphäre aber keineswegs steril. Trotz der gesperrten Südkurve zeigen die Bayern-Fans, dass organisierter Support nicht allein an einen festen Block gebunden ist. Für die Mannschaft von Vincent Kompany bedeutet das: Auch ohne den klassischen Südkurven-Unterrang bleibt die Allianz Arena ein emotionaler Faktor.
Die Sperre mag optisch auffallen, akustisch ist sie kaum zu hören. Die Botschaft der Fans ist klar: Egal wo – die Unterstützung für den FC Bayern bleibt bestehen.
