Mehr als nur drei Punkte: Bayern jagt wichtigen Vorteil in der Königsklasse

Vjekoslav Keskic

Wenn der FC Bayern heute Abend um 21 Uhr Union St. Gilloise in der Allianz Arena empfängt, geht es um weit mehr als den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Die Partie gegen den belgischen Underdog besitzt für die Münchner eine strategische Bedeutung, die über die Ligaphase hinausreicht.

Mit aktuell 15 Punkten nach sechs absolvierten Spielen steht der deutsche Rekordmeister bereits mit einem Bein in der K.o.-Phase. Ein Heimsieg gegen Union St. Gilloise würde das Punktekonto auf 18 Zähler anwachsen lassen und damit einen Platz unter den besten acht der Ligaphase vorzeitig sichern. Selbst bei einem Remis oder sogar einer Niederlage wären die Chancen auf das Achtelfinale weiterhin sehr gut, doch ein Dreier würde den Bayern jegliche Rechnerei ersparen.

Für Vincent Kompany und seine Mannschaft ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn seit der Reform der Champions League bringt die Platzierung in der Ligaphase einen nicht zu unterschätzenden Bonus mit sich, der den weiteren Verlauf des Wettbewerbs maßgeblich beeinflussen kann.

Heimrecht als Trumpf in der K.o.-Phase

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Die Teams auf den Plätzen eins bis vier dürfen sowohl im Achtelfinale als auch im Viertelfinale das entscheidende Rückspiel vor eigenem Publikum bestreiten. Ein Vorteil, den die Bayern nur zu gut kennen und schätzen. Sollten die Münchner sogar unter den ersten beiden Rängen landen, würde sich dieser Heimvorteil sogar bis ins Halbfinale fortsetzen.

„Ich würde das gerne erreichen“, machte Vincent Kompany auf der Spieltags-Pressekonferenz keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Zwar betonte der Belgier, dass eine Top-Platzierung keine Garantie für den Titel sei, der psychologische und sportliche Vorteil lasse sich jedoch nicht wegdiskutieren.

Auch Aleksandar Pavlovic unterstrich die Bedeutung dieses Faktors deutlich. Der Mittelfeldspieler erklärte, der Heimvorteil im Rückspiel sei „schon sehr wichtig“, weil man mit den eigenen Fans im Rücken noch einmal ein paar Prozent mehr abrufen könne.

PSG-Patzer öffnet Bayern die Tür zu Platz zwei

Besonders interessant aus Münchner Sicht ist die aktuelle Tabellensituation. Durch die 1:2-Niederlage von Paris Saint-Germain in Lissabon haben sich die Karten im Rennen um die Spitzenplätze neu gemischt. Der FC Bayern rangiert derzeit mit 15 Punkten auf Platz drei. Real Madrid kommt ebenfalls auf 15 Zähler, hat jedoch bereits ein Spiel mehr absolviert.

Das bedeutet im Klartext: Sollten die Bayern sowohl gegen Union St. Gilloise als auch am letzten Spieltag der Ligaphase gegen die PSV Eindhoven gewinnen, wäre Rang 2 gesichert. Platz 1 ist hingegen kaum noch realistisch. Der FC Arsenal führt die Tabelle ungeschlagen an und müsste für ein Münchner Vorbeiziehen am letzten Spieltag zu Hause gegen Außenseiter Qairat Almaty verlieren.

Für die Bayern bleibt die Marschroute dennoch klar. Jeder Punkt zählt, jedes Spiel wird mit maximalem Fokus angegangen. Der Heimauftritt gegen Union St. Gilloise ist damit nicht nur ein Pflichttermin, sondern ein Schlüsselspiel auf dem Weg zu einem möglichen Königsklassen-Vorteil, der im Frühjahr Gold wert sein kann.

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