Der FC Bayern hält weiterhin Ausschau nach Verstärkung für die rechte Abwehrseite. Die Suche nach einem neuen Rechtsverteidiger zählt zu den zentralen Aufgaben der Kaderplanung für den kommenden Sommer. Nun taucht ein Name auf, der überrascht. Medienberichten zufolge beschäftigen sich die Münchner mit Trent Alexander-Arnold von Real Madrid.
Dass die Bayern auf dieser Position Handlungsbedarf sehen, ist längst kein Geheimnis. Die jüngsten Wochen haben die personellen Engpässe deutlich offengelegt, hinzu kommt die unklare Zukunft von Sacha Boey. Zuletzt galt Feyenoords Givairo Read als konkreter Kandidat, jetzt aber wird mit Alexander-Arnold ein deutlich prominenteres Kaliber mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht.
Verletzungen, Kritik, Frust: Warum Alexander-Arnold bei Real nicht glücklich ist

Der englische Nationalspieler war im Sommer 2025 für vergleichsweise geringe zehn Millionen Euro vom FC Liverpool zu Real Madrid gewechselt – ein Transfer, der sportlich bislang kaum Früchte getragen hat. Alexander-Arnold kämpft in seiner ersten Saison bei den Königlichen mit anhaltenden Verletzungsproblemen. Anfang Dezember zog er sich im Ligaspiel gegen Athletic Bilbao eine Muskelverletzung zu und fällt seither aus. Schon zuvor hatte ihn eine Oberschenkelverletzung ausgebremst, die ihn gleich zu Saisonbeginn nach wenigen Minuten außer Gefecht setzte. Wettbewerbsübergreifend kommt der 27-Jährige bislang nur auf elf Einsätze.
Neben den körperlichen Rückschlägen gibt es auch sportliche Vorbehalte. In Madrid wird Alexander-Arnold immer wieder defensive Anfälligkeit vorgeworfen, während sein offensiver Einfluss – einst seine große Stärke – bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt. Kein ideales Umfeld für einen Spieler, der in Liverpool über Jahre als einer der besten Außenverteidiger der Welt galt.
Wie der britische Telegraph berichtet, soll Alexander-Arnold mit seiner Situation bei Real zunehmend unzufrieden sein. Demnach denkt der Engländer bereits nach der Weltmeisterschaft 2026 über einen Abschied nach – auch weil ihm im Zuge der Verhandlungen offenbar Versprechen gemacht wurden, die sich bislang nicht erfüllt haben. Laut dem spanischen Portal Fichajes erwägt er sogar eine Rückkehr in die Premier League, Newcastle United gilt als ernsthafter Interessent.
Teuer, kompliziert, riskant
Interessant aus Bayern-Sicht: Auch ein Wechsel nach München soll für Alexander-Arnold grundsätzlich vorstellbar sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass sein Name an der Säbener Straße gehandelt wird. Die sportliche Vita spricht für sich – zweifacher englischer Meister, Champions-League-Sieger, 34-facher Nationalspieler. Erfahrung auf höchstem Niveau bringt der Engländer zweifellos mit.
Doch genau hier beginnen die Zweifel. Alexander-Arnold steht bei Real noch bis 2031 unter Vertrag und besitzt einen Marktwert von rund 70 Millionen Euro. Hinzu kommt ein kolportiertes Jahresgehalt von etwa 30 Millionen Euro – eine Dimension, die beim FC Bayern kaum darstellbar wäre. Selbst bei deutlichen Abstrichen würde der Deal finanziell wie sportlich ein enormes Risiko darstellen.
Vor diesem Hintergrund erscheint ein Transfer eher unwahrscheinlich. Die Münchner werden ihre Rechtsverteidiger-Baustelle lösen wollen, doch ob sie dafür einen verletzungsanfälligen Real-Star mit extremem Gehalt verpflichten, darf hinterfragt werden.
