Die Bayern-Dominanz sorgt ligaweit für Unmut. Nach einem Vorschlag von Klaus Filbry zu Gehaltsdeckel und TV-Geld-Reform äußerte sich nun auch Axel Hellmann. Der Frankfurt-Boss findet klare Worte zur aktuellen Situation in der Bundesliga.
Mit 16 Siegen aus 18 Spielen, 71 erzielten Toren und nur 14 Gegentreffern lässt der FC Bayern in der Bundesliga kaum Fragen offen. Besonders Harry Kane und Michael Olise präsentieren sich in herausragender Form. Klaus Filbry brachte angesichts dieser Entwicklung mögliche Regulierungen gegenüber der Sport Bild ins Spiel. „Die Lösungen liegen auf der Hand: Eine Gehalts-Obergrenze und eine gerechtere Verteilung der Fernsehgelder, die wirklich helfen würde. Nur die Umsetzung ist das Schwierige“, so der Geschäftsführer von Werder Bremen.
Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hält von solchen Ideen wenig. In der Diskussion um die Zukunft der Liga meldete er sich ebenfalls zu Wort: „Die Dominanz, sportlich wie wirtschaftlich, hat sich Bayern München über Jahrzehnte erarbeitet. Die ist nicht entstanden, weil im Hintergrund Investoren permanent Geld in den Klub pumpen.“
Besonders eine nationale Gehaltsobergrenze hält er für wenig praktikabel: „Die könnte man aktuell sowieso nur national einführen. Das heißt: Bayern bräuchte dann faktisch zwei Kader – national und international. Absurd.“
Wachsende Überlegenheit mit Schattenseiten

Hellmann räumte zugleich ein, dass der Status quo nicht ohne Folgen bleibt. Die wachsende Kluft zwischen dem Rekordmeister und dem Rest der Liga bereitet ihm durchaus Sorgen. „Dass diese Dominanz nicht gut ist für die Bundesliga und die Wahrnehmung der Bundesliga, weil die Spannung an der Spitze fehlt, ist unbestritten. Und sie wird in Zukunft noch größer, es wird noch öfter ein 6:0 oder 8:1 geben“, erklärte der 54-Jährige mit Blick auf mögliche zukünftige Kantersiege.
Damit prallen in der Bundesliga zwei Lager aufeinander. Während etwa Filbry strukturelle Eingriffe fordert, stellt Hellmann klar, dass er diesen Weg ablehnt. Einen Konsens darüber, wie mit der Bayern-Dominanz umzugehen sei, gibt es aktuell nicht – und ein solcher scheint auch nicht in Sicht.
