Der FC Bayern dominiert die Bundesliga nach Belieben. Nach 18 Spieltagen liegt der Rekordmeister mit elf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze, das Torverhältnis von 71:14 unterstreicht die aktuelle Überlegenheit eindrucksvoll. Selbst Borussia Dortmund als erster Verfolger kann dem Tempo der Münchner bislang nicht dauerhaft standhalten. Doch aus Sicht von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ist das keineswegs ein Dauerzustand.
Watzke betont, dass die aktuelle Saison zwar von einer außergewöhnlichen Bayern-Dominanz geprägt sei, der Blick in die jüngere Vergangenheit aber ein anderes Bild zeichne. „In dieser Saison ist die Dominanz extrem, das stimmt. Aber schauen wir einmal zurück: 2023 hatten wir bis zum letzten Spieltag einen Meisterschaftskampf, in dem wir am Ende die Schale noch aus der Hand gegeben haben. 2024 wurde Leverkusen Meister. Insofern ist es nicht so, als wäre es in der jüngeren Vergangenheit immer eine glasklare Angelegenheit für die Bayern gewesen“, erklärte der Dortmunder Präsident in der Sport BILD.
Aus Sicht Watzkes sind die Gründe für die momentane Überlegenheit der Münchner klar benennbar. „Klar ist doch: Wenn ein Klub deutlich mehr Gehälter als alle anderen Vereine zahlen kann und dieses Geld dann auch noch sehr gut einsetzt, ist es schwierig, diese Stärke zu brechen“, sagte der 65-Jährige. Für ihn sei der FC Bayern „derzeit die beste Mannschaft Europas, das schlägt sich dann natürlich auch in der Bundesliga nieder“.
Völler über den FC Bayern: „Das ist schon außergewöhnlich“
Trotzdem rechnet Watzke nicht damit, dass die Liga dauerhaft an Spannung verliert. Vielmehr erwartet er, dass auch die Bayern wieder Phasen erleben werden, in denen sie verwundbarer sind – und genau darauf hoffen die Konkurrenten. In Dortmund glaubt man weiterhin daran, in Zukunft wieder näher heranzurücken.

Diese Einschätzung teilt auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Er verwies darauf, dass sich die Kräfteverhältnisse im deutschen Fußball immer wieder verschieben. „Vor zwei Jahren hat Bayer Leverkusen noch alles an die Wand gespielt. Jetzt ist es halt der FC Bayern. Da muss man den Hut ziehen, wie sie das machen. Nicht nur die Art und Weise, wie sie spielen, sondern auch den einen oder anderen, der ausfällt, ersetzen – das ist schon außergewöhnlich“, lobte Völler.
Gleichzeitig blickt auch der frühere Bundestrainer optimistisch nach vorn. „Bayern wird zwar über zehn Jahre gesehen oft Meister werden, aber es ist nicht so, dass es immer so sein muss. Andere Vereine werden sicherlich auch wieder näher rankommen“, so Völler.
