Der Platzverweis gegen Minjae Kim überschattete den 2:0-Erfolg des FC Bayern München gegen Union Saint-Gilloise nur kurz. Trainer Vincent Kompany stellte sich nach dem Champions-League-Spiel demonstrativ vor seinen Innenverteidiger und ordnete die Gelb-Rote Karte ruhig und ohne Kritik ein.
„Er ist erfahren. Er hat den Scudetto in Italien und die Bundesliga gewonnen, er ist Nationalspieler. Rote Karten gehören zum Fußball dazu“, erklärte Kompany auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dass Kim im kommenden Spiel gesperrt fehlen wird, bewertete der Bayern-Coach pragmatisch: „Zum Glück ist es kein entscheidendes.“
Dabei kam der Platzverweis aus Sicht des Südkoreaners zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Kim hatte Dayot Upamecano ersetzt, der krankheitsbedingt fehlte, und lieferte bis zu seinem zweiten taktischen Foul nach rund einer Stunde eine weitgehend solide Vorstellung ab. Zweikampfstark, aufmerksam im Stellungsspiel und ohne größere Wackler gehörte er zunächst zu den stabileren Akteuren in der Defensive.
Auch Kompany hob die Arbeit seiner Innenverteidiger ausdrücklich hervor. „Was die Leistung angeht, haben Minjae und Tah uns in diesem Spiel sehr geholfen, unnötige Aktionen zu vermeiden. Sie haben in der ersten Halbzeit gut verteidigt, während andere vielleicht nicht ihre beste Leistung gezeigt haben“, sagte der Trainer. Umso bitterer war aus Kims Sicht, dass er trotz ordentlicher Leistung vorzeitig vom Platz musste – zumal er bereits verwarnt war und entsprechend vorsichtiger hätte agieren müssen.
Kompany: „Als Verteidiger weiß ich selbst…“

Der Bayern-Coach sprach dem 29-Jährigen dennoch jegliche Nervosität ab und verwies dabei auch auf seine eigene Erfahrung. „Als Verteidiger weiß ich selbst, dass so etwas passieren kann“, erklärte Kompany. Entscheidend sei, wie ein Spieler mit solchen Situationen umgehe. „Ich kenne Minjae, das wird ihn nicht aus der Ruhe bringen. Er ist kein 19-jähriger Jungspund mehr.“
Tatsächlich hatte Kim zuletzt mehrfach gezeigt, wie wichtig er für die Münchner sein kann mit seiner Präsenz und Aggressivität. Der Platzverweis änderte daran aus Sicht des Trainers nichts. Vielmehr passte er in die Kategorie unglücklicher, aber erklärbarer Szenen.
Trotz Unterzahl brachte der FC Bayern den Sieg souverän über die Zeit und steht bereits sicher im Achtelfinale der Champions League. Für Kim bleibt der Abend damit eine Mischung aus ordentlicher Leistung und ärgerlichem Abgang.
