„Hätte längst verlängern sollen“: Bayern sind genervt vom Upamecano-Poker

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern steht erneut vor einer richtungsweisenden Vertragsentscheidung in der Defensive. Im BILD-Podcast Bayern Insider ziehen Christian Falk und Tobi Altschäffl klare Parallelen zwischen dem ablösefreien Abgang von David Alaba und den stockenden Verhandlungen mit Dayot Upamecano.

Dayot Upamecano sollte längst verlängert haben – zumindest aus Sicht der Bayern-Verantwortlichen. Doch Wochen nach den entscheidenden Gesprächen liegt die Unterschrift noch immer nicht vor. Für Christian Falk ist die Situation hochbrisant, weil sie Erinnerungen an einen der schmerzhaftesten Abgänge der jüngeren Vereinsgeschichte weckt. „Die Upa-Verhandlung ist eigentlich genau die Lehre aus der Alaba-Verhandlung“, erklärt der BILD-Fußballchef und bringt damit die zentrale Sorge des Rekordmeisters auf den Punkt.

Der Fall Alaba als Blaupause – und Warnsignal

David Alaba verließ den FC Bayern 2021 ablösefrei in Richtung Real Madrid und nutzte seine Verhandlungsposition maximal aus. „Er war ablösefrei, er konnte natürlich ganz anders verhandeln“, erinnert Falk. Das Ergebnis ist bekannt: ein Topvertrag in Madrid, den Bayern in dieser Form nie zahlen wollte – und der intern bis heute als Mahnmal gilt.

Genau dieses Szenario droht sich nun zu wiederholen. Upamecano befindet sich ebenfalls in einer starken Position, sein Vertrag läuft aus, Alternativen auf dem Markt sind rar. „Wenn sie ihm das Geld nicht zahlen, dann wird ihnen das auch passieren“, warnt Falk mit Blick auf Alaba. Die Botschaft ist klar: Ein weiteres Zögern könnte den Bayern am Ende teuer zu stehen kommen.

Upamecano zögert – und das nervt die Bayern

Dayot Upamecano
Foto: IMAGO

Auch Tobi Altschäffl bestätigt, dass die Geduld der Klubführung spürbar strapaziert ist. „Es hätte längst unterschrieben sein sollen“, sagt er deutlich. Nach seinen Informationen liegt das letzte Angebot seit mehreren Wochen auf dem Tisch. „Seit mindestens drei Wochen liegt es vor – und es wird nicht mehr verbessert.“ Demnach ist man an der Säbener Straße sichtlich genervt von der aktuellen Lage.

Aus Bayern-Sicht ist diese Situation problematisch. Das lange Warten wird intern als Signal gewertet. „So überzeugt kann er nicht sein, er wartet halt noch auf irgendwas anderes“, ordnet Altschäffl ein. Zwar bestehe weiterhin die Hoffnung auf eine Verlängerung, doch das Zögern hat bereits konkrete Folgen für die Kaderplanung gehabt.

Sportvorstand Max Eberl zeigt sich nach außen weiterhin gelassen. Auf der Pre-Match-PK vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg betonte der 52-Jährige, dass man „weiterhin auf eine Antwort von Upa wartet“.

Verpasste Optionen und strategische Risiken

Ein besonders heikler Punkt ist der Blick auf den Transfermarkt. Altschäffl betont, dass Bayern durch die Unsicherheit rund um Upamecano nicht frei agieren können auf dem Markt. Ohne Klarheit bei Upamecano lassen sich Alternativen nur schwer konkret verfolge, wie zuletzt Marc Guehi, der im Winter zu Manchester City gewechselt ist. Auch die Bayern waren an dem Engländer dran, aber mit angezogener Handbremse.

Für den FC Bayern ist der Fall Upamecano längst mehr als eine einfache Vertragsverlängerung. Es geht um Glaubwürdigkeit, um Lehren aus der Vergangenheit und um die Frage, wie weit der Klub bei Topspielern finanziell gehen will. Alaba hat gezeigt, was passiert, wenn man zu lange wartet.

Ob Upamecano diesen Weg ebenfalls einschlägt oder sich doch für einen Verbleib entscheidet, wird nicht nur die Defensive der Bayern prägen – sondern auch die künftige Verhandlungsstrategie des gesamten Klubs. Oder wie Falk es sinngemäß formuliert: Diese Verhandlungen entscheiden darüber, ob Bayern aus der eigenen Geschichte gelernt hat.

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