„Habt ihr Lack gesoffen?!?“ Bayern-Fans kritisieren Luxus-Sammlerstück

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern hat anlässlich seines 125-jährigen Vereinsjubiläums ein besonderes Sammlerstück vorgestellt. Doch weniger der Inhalt als vielmehr der Preis sorgt unter den Fans für Diskussionen.

Mit dem „FC Bayern München 125 Opus“ hat der deutsche Rekordmeister ein Produkt präsentiert, das klar nicht für die breite Masse gedacht ist. Auf der offiziellen Vereinsseite wird das Werk als luxuriöses Coffeetable-Book beworben, das die Geschichte des Klubs „in nie dagewesener Form“ zelebrieren soll. Mehr als 850 Seiten stark, im Format 45×45 Zentimeter, handgebunden und aus feinstem Leder gefertigt – allein die äußeren Daten machen deutlich, dass es sich um ein Prestigeobjekt handelt.

Inhaltlich verspricht der FC Bayern exklusive Interviews mit früheren und aktuellen Klub-Ikonen. Namen wie Karl-Heinz Rummenigge, Sepp Maier, Thomas Müller oder Manuel Neuer sollen dem Werk zusätzliche Strahlkraft verleihen. Laut Klub handelt es sich nicht einfach um ein Buch, sondern um ein Kunstobjekt, das die 125 größten Momente der Vereinsgeschichte in hochwertiger Form dokumentiert.

Besonders exklusiv wird das Produkt durch seine strikte Limitierung. Weltweit sollen lediglich 125 Exemplare erhältlich sein – eine Zahl, die bewusst an das Vereinsjubiläum angelehnt ist. Auf Wunsch kann das Buch sogar mit echtem bayerischem Lederhosenleder veredelt werden. Ergänzt wird das Paket durch eine Unterschriftenseite mit Klublegenden sowie ein gerahmtes Original-Trikot zum 125-jährigen Bestehen, signiert vom aktuellen Lizenzkader.

Preis sorgt für Kopfschütteln bei Fans

So viel Exklusivität hat jedoch ihren Preis – und der sorgt für Stirnrunzeln. 12.500 Euro ruft der FC Bayern für das Sammlerstück auf. Eine Summe, die selbst für langjährige Anhänger des Klubs kaum erreichbar sein dürfte. Entsprechend kritisch fielen die Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus, nachdem der Verein das Produkt beworben hatte.

Unter dem Beitrag des Rekordmeisters äußerten viele Fans Unverständnis. „Habt ihr Lack gesoffen?!? Wer soll sich das leisten können?“, kommentierte ein X-User den Beitrag der Münchner.

Die Frage, wer sich ein solches Buch überhaupt leisten könne, tauchte mehrfach auf. Andere reagierten mit Ironie und stellten infrage, welche Gegenleistung den fünfstelligen Preis rechtfertigen solle. Für einen Verein, der sich gerne als nahbar und fanorientiert präsentiert, wirkt ein solches Luxusprodukt auf Teile der Anhängerschaft zumindest befremdlich.

Gleichzeitig passt das „125 Opus“ in die langfristige Vermarktungsstrategie des FC Bayern. Der Klub hat sich in den vergangenen Jahrzehnten konsequent als globale Marke positioniert und bedient längst nicht mehr nur den klassischen Fan im Stadion. Hochpreisige, streng limitierte Sammlerobjekte richten sich an eine kleine, zahlungskräftige Zielgruppe – internationale Sammler, Sponsoren oder Investoren, für die Exklusivität wichtiger ist als Alltagstauglichkeit.

Ob das Buch tatsächlich schnell vergriffen sein wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Mit dem „FC Bayern München 125 Opus“ hat der Rekordmeister einmal mehr gezeigt, wie weit die Schere zwischen emotionaler Fanbindung und hochpreisiger Markenvermarktung auseinandergehen kann. Für viele Anhänger bleibt das Jubiläumsgeschenk damit eher ein Symbol – nur eben eines, das man sich nicht ins heimische Bücherregal stellen wird.

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