Noch nicht topfit: Joshua Kimmich spielt weiter unter Schmerzen

Vjekoslav Keskic

Joshua Kimmich ist zurück – und das nicht nur auf dem Platz, sondern auch körperlich wieder auf einem Niveau, das ihm Zuversicht gibt. Beim 2:0-Erfolg des FC Bayern gegen Royale Union Saint-Gilloise stand der Mittelfeldspieler erstmals in diesem Jahr von Beginn an auf dem Rasen. Nach Wochen der Vorsicht und mehreren verpassten Partien war es ein wichtiges Signal – für ihn selbst und für den deutschen Rekordmeister.

Der Hintergrund ist bekannt: Seit November 2025 hatte sich Kimmich mit anhaltenden Sprunggelenksproblemen herumgeplagt. Die Beschwerden machten eine Pause unumgänglich, zu Beginn des neuen Jahres musste der 30-Jährige mehrere Spiele verletzungsbedingt aussetzen. Umso genauer wurde nach dem Champions-League-Spiel hingehört, als Kimmich in der Mixed Zone über seinen aktuellen körperlichen Zustand sprach.

Schritt für Schritt zurück in den Rhythmus

Joshua Kimmich
Foto: IMAGO

Kimmich machte deutlich, dass die Belastung der vergangenen Monate nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. „Die Zeit hinten raus im letzten Jahr war dann ein bisschen zäh“, erklärte der Bayern-Profi offen. Gerade in einer Phase mit hoher Spielbelastung habe sich das Sprunggelenk immer wieder bemerkbar gemacht.

Entscheidend sei jedoch gewesen, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Die eingelegte Pause zum Jahreswechsel habe dem Körper die nötige Erholung verschafft. „Die Ärzte und die Physios haben gute Arbeit geleistet“, betonte Kimmich und verwies damit auf das medizinische Team des FC Bayern, das ihn behutsam wieder aufgebaut hat.

Der Mittelfeldmotor kehrte nicht über Nacht zurück, sondern bewusst dosiert. Einzelne Einheiten, reduzierte Spielzeiten und gezielte Regeneration standen im Fokus. Das Ziel war klar: nicht ein schnelles Comeback um jeden Preis, sondern nachhaltige Belastbarkeit.

Startelf-Debüt als wichtiges Signal

Das Spiel gegen Union Saint-Gilloise markierte nun einen weiteren Meilenstein. Erstmals in diesem Jahr durfte Kimmich wieder von Beginn an ran – ein Vertrauensbeweis des Trainerteams und ein klares Zeichen dafür, dass der Körper die Belastung wieder zulässt.

„Es wird auf jeden Fall besser. Jetzt so langsam“, sagte Kimmich nach dem Spiel. Besonders entscheidend für ihn: Die Schmerzen, die ihn über Wochen begleitet hatten, treten zunehmend in den Hintergrund. „Jetzt kommen wir in den schmerzfreien Bereich“, so der Nationalspieler.

Für den FC Bayern ist diese Entwicklung von großer Bedeutung. Kimmich ist nicht nur sportlich ein zentraler Faktor, sondern auch taktisch und mental kaum zu ersetzen. Gerade mit Blick auf die entscheidenden Wochen in Bundesliga und Champions League kommt seine Rückkehr zur rechten Zeit.

Auch wenn Kimmich bisher nicht bei 100 Prozent sein dürfte, zeigt sein Startelf-Debüt: Der Weg stimmt. Nach einer langen Phase der Geduld und Vorsicht scheint der Führungsspieler wieder bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen – körperlich stabiler und mit neuem Vertrauen in den eigenen Körper.

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