Beim Heimspiel des FC Bayern gegen den FC Augsburg stand nicht nur die erste Bundesliga-Niederlage der Saison im Fokus, sondern erneut auch der schwelende Konflikt zwischen der aktiven Fanszene und der Klubführung. Die Anhänger der Münchner nutzten die große Bühne der Allianz Arena, um ihrem Unmut über den Umgang des Vereins mit der UEFA-Strafe deutlich Ausdruck zu verleihen.
Bereits seit Wochen sorgt die Sperre der Südkurve im Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise für Diskussionen. Die Bayern-Fans sehen sich durch eine Kollektivstrafe benachteiligt – und machen dafür nicht nur die UEFA, sondern auch die Verantwortlichen an der Säbener Straße mitverantwortlich. Gegen Augsburg erreichte der Protest nun die nächste Eskalationsstufe.
Deutliche Botschaften von der Südkurve
Deutliche Kritik an den Bossen des @FCBayern nach der Uefa-Strafe für Teile der Südkurve letzten Mittwoch. #FCBFCA pic.twitter.com/62THk6zcmX
— Patrick Strasser (@AZ_Strasser) January 24, 2026
In der zweiten Halbzeit entrollten Anhänger am Rand der Südtribüne mehrere Banner, deren Aussagen keinen Interpretationsspielraum ließen. Besonders deutlich fiel der direkte Angriff auf die Klubführung aus. „4.800 Fans von der UEFA verbannt. Die anderen 4.536 hattet ihr in der Hand. FCB: Fannähe sieht anders aus“, war auf einem der Spruchbänder zu lesen. Die Botschaft dahinter ist klar: Die Fans werfen dem Verein vor, die von der UEFA verhängte Strafe nicht nur akzeptiert, sondern sogar verschärft zu haben.
Der Hintergrund ist eine Block-Sperre, die die UEFA nach wiederholtem Einsatz von Pyrotechnik verhängt hatte. Eigentlich sollten im Champions-League-Spiel gegen Royale Union Saint-Gilloise ausschließlich die Blöcke 111 bis 114 im Unterrang der Südkurve gesperrt werden. Doch die aktive Fanszene fand dennoch einen Weg in die Arena und wechselte kurzerhand in den Oberrang, wo sie für Stimmung sorgte – und erneut Protest zeigte.
Auf zwei weiteren Bannern machten die Anhänger ihre Haltung unmissverständlich klar. „Wir sind immer hier – die Kurve das sind wir“ und „Gegen Kollektivstrafen – für eine lebendige Fankultur“ lauteten die Slogans. Der Protest richtete sich dabei nicht nur gegen den europäischen Dachverband, sondern ebenso gegen den eigenen Klub, dem mangelnde Unterstützung der Fanszene vorgeworfen wird.
Klub verschärft UEFA-Sanktion – Fans reagieren empört
Besonders brisant ist aus Sicht der Fans die Entscheidung des FC Bayern, die Strafe der UEFA auszuweiten. Neben den offiziell gesperrten Blöcken 111 bis 114 wurden auch die Tickets für die angrenzenden Blöcke 109 bis 110 sowie 115 bis 117 storniert. Genau in diesem Bereich tauchten beim Augsburg-Spiel nun erneut die Protest-Banner auf – ein symbolischer Fingerzeig an die Verantwortlichen.
Der Klub hatte sein Vorgehen damals technisch begründet. Da im Unterrang der Südkurve keine blockweise Ticketvergabe existiere und alle Tickets für die Blöcke 109 bis 117 gemeinsam verwaltet würden, sei es nicht möglich gewesen, ausschließlich die 4.800 betroffenen Plätze gezielt zu sperren. Für viele Fans ist diese Erklärung jedoch nicht ausreichend.
Der Konflikt zwischen Südkurve und Vereinsführung ist damit längst nicht beigelegt. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass der Protest weitergehen wird.
