„Physis-Monster“: Bayern hat Goretzka-Nachfolger gefunden

Vjekoslav Keskic

Die Zeit von Leon Goretzka beim FC Bayern neigt sich dem Ende zu. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft im Sommer aus, eine Verlängerung ist derzeit kein Thema – und an der Säbener Straße werden die Weichen für die Zeit danach bereits gestellt.

Die Anzeichen verdichten sich, dass der FC Bayern künftig ohne Leon Goretzka plant. Sportlich spielt der 30-Jährige unter Vincent Kompany längst keine zentrale Rolle mehr, strategisch rückt er ebenfalls aus dem Fokus. Statt eines neuen Vertrags wollen die Münchner den frei werdenden Kaderplatz offenbar neu denken – und dabei entweder auf ein junges externes Talent setzen oder konsequent den eigenen Nachwuchs fördern.

Externes Juwel oder interne Lösung?

Ein Name, der in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist Kennet Eichhorn von Hertha BSC. Der 16-Jährige gilt als eines der größten Mittelfeldtalente Deutschlands, steht allerdings noch bis 2029 bei den Berlinern unter Vertrag. Zudem fällt Eichhorn aktuell mit einem Syndesmose­riss aus. Das Gesamtpaket wäre kostspielig: Rund 25 Millionen Euro inklusive Ablöse, Gehalt und Beraterhonorar stünden im Raum. Innerhalb der Bayern-Führung gibt es daher Stimmen, die bezweifeln, ob ein solcher Invest überhaupt notwendig ist, wie die tz berichtet.

Denn auch ohne Goretzka wäre das Mittelfeld der Münchner ab der kommenden Saison breit und hochwertig aufgestellt. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sind gesetzt, Tom Bischof soll gezielt aufgebaut werden. Konrad Laimer könnte bei einem neuen Rechtsverteidiger-Transfer wieder vermehrt ins Zentrum rücken, selbst Jamal Musiala gilt intern weiterhin als Option für tiefere Rollen.

Aseko rückt in den Fokus der Bayern-Bosse

Noel Aseko
Foto: IMAGO

Vor diesem Hintergrund gewinnen interne Lösungen an Attraktivität. Nach Informationen der tz gibt es beim FC Bayern konkrete Überlegungen, Noel Aseko im Sommer zurückzuholen. Der 20-Jährige ist aktuell an Hannover 96 verliehen und sammelt dort in der 2. Bundesliga wertvolle Spielpraxis. Hannover besitzt eine Kaufoption in Höhe von einer Million Euro, Bayern wiederum könnte Aseko für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag zurückholen.

Intern genießt der Mittelfeldspieler hohes Ansehen und wird als echtes „Physis-Monster“ beschrieben – ein Profil, das im aktuellen Bayern-Kader nicht im Überfluss vorhanden ist. Mit Javi Fernandez und David Daiber stehen zudem zwei weitere Campus-Talente bereit, die perspektivisch in den Profikader integriert werden sollen.

Die Marschroute ist klar erkennbar: Statt den nächsten teuren Namen zu verpflichten, könnte der FC Bayern den Abschied von Leon Goretzka als Chance nutzen – für einen Kurs, der stärker auf Entwicklung, Durchlässigkeit und eigene Talente setzt.

THEMEN
Teile diesen Artikel