„Die Saison ist noch lang“: Bayern-Boss warnt nach Augsburg-Spiel

Vjekoslav Keskic

Trotz der ersten Bundesliga-Niederlage der Saison bleibt der FC Bayern souverän an der Tabellenspitze. Dennoch tritt Vorstandschef Jan-Christian Dreesen entschieden auf die Euphoriebremse.

Vor der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg meldeten sich zuletzt vermehrt Stimmen zu Wort, die die Meisterschaft bereits als entschieden ansahen. Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen hält davon wenig. „Die Saison ist noch lang“, stellte der 56-Jährige im Gespräch mit der BILD am Sonntag klar. Zufrieden zeigte er sich dennoch mit dem bisherigen Saisonverlauf: „Natürlich bin ich mit dieser ersten Saisonhälfte zufrieden, die wir so noch nie hatten, insbesondere was unseren Offensivfußball, unsere Torausbeute und unsere Tordifferenz angeht.“

Dreesen lobt Kompanys Einfluss auf die Mannschaft

Besonders hob Dreesen die Arbeit von Cheftrainer Vincent Kompany hervor. Der Belgier habe der Mannschaft etwas Entscheidendes zurückgegeben. „Vincent Kompany hat der Mannschaft wieder den Hunger zurückgegeben, auch bei einer Führung weiter Druck zu machen und noch mehr Tore zu schießen – auch wenn das heute gegen Augsburg nicht geklappt hat“, so der Bayern-Boss. Die Spielfreude sei spürbar: „Die Mannschaft hat Spaß am Fußballspielen, und diese Begeisterung ist ansteckend.“

Ein Selbstläufer sei die Saison dennoch keineswegs. Dreesen machte deutlich, dass auch die starken Ergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass es Phasen gab, in denen die Bayern durchaus verwundbar waren.

Warnung vor falscher Wahrnehmung der Dominanz

FC Bayern vs. FC Augsburg
Foto: IMAGO

Auf die Frage, ob Bayern die Bundesliga mit zwölf Meisterschaften in den letzten 13 Jahren längst überflügelt habe, antwortete Dreesen bemerkenswert selbstkritisch. „Wir haben in dieser Saison nicht jedes Spiel von der ersten Minute an dominiert – auch wenn die Endergebnisse hoch waren“, erklärte er. Als Beispiel führte er das Topspiel in Leipzig an: „Gegen Leipzig hätten wir uns beispielsweise nicht beschweren können, wenn wir zur Halbzeit mit 2:0 oder 3:0 zurückgelegen hätten.“

Auch die Niederlage gegen Augsburg ordnete er nüchtern ein. „Gegen Augsburg haben wir aufgrund unserer Leistung in der zweiten Halbzeit übrigens verdient verloren“, räumte Dreesen ein. Gleichzeitig betonte er aber die neu gewonnene mentale Stärke: „Dennoch haben wir das Selbstvertrauen und wissen, dass wir ein Spiel nach 45, 60 Minuten oder sogar kurz vor dem Abpfiff noch drehen können. Diese Qualität hat die Mannschaft wiederentdeckt.“

Blick zurück – und nach vorn

Zum Abschluss erinnerte der Bayern-CEO daran, dass Dominanz in der Bundesliga kein Automatismus ist. „Außerdem möchte ich alle daran erinnern, dass Leverkusen 2024 den Titel gewonnen hat und Dortmund den Titel 2023 erst am letzten Spieltag gegen Mainz verloren hat“, sagte Dreesen.

Sein Fazit fällt dennoch optimistisch aus: Sollte die Mannschaft den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen, „werden wir hoffentlich einige Titel gewinnen“. Beim FC Bayern ist man also selbstbewusst – aber weit davon entfernt, die Saison bereits abzuhaken.

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