Ein individueller Fehler mit kollektiver Wirkung: Nach dem Patzer von Jonas Urbig gegen Augsburg äußerten sich Jonathan Tah und Max Eberl zur Rolle des jungen Keepers und betonen dabei die Bedeutung des Kollektivs.
Im Heimspiel gegen den FC Augsburg erlebte der FC Bayern seine erste Bundesliga-Niederlage der Saison. Die Mannschaft von Vincent Kompany verlor trotz Halbzeitführung mit 1:2 gegen couragierte Gäste, die in der zweiten Hälfte das Spiel drehten. Besonders im Fokus: Torhüter Jonas Urbig, der beim Ausgleich durch Arthur Chaves unglücklich unter dem Ball hindurchsprang.
Der 22-Jährige, der in seiner vierten Liga-Partie in der laufenden Saison zwischen den Pfosten stand, verließ nach dem Spiel wortlos die Arena. Dass Urbig nach dem entscheidenden Fehler auf mediale Kommentare verzichtete, dürfte kaum überraschen. Intern fiel die Reaktion zurückhaltend aus.
Gegenüber der BILD nahm Sportvorstand Max Eberl den Torhüter teilweise in die Verantwortung, verwies aber auch auf das Kollektiv: „Wenn man als Mannschaft ein Spiel verliert, ist man immer irgendwie mitverantwortlich. Jonas weiß, dass er es besser machen kann, aber wie gesagt: Es ist nicht Jonas’ Schuld. Wir gewinnen als Kollektiv und wir verlieren zusammen.“
Tah stärkt Urbig demonstrativ den Rücken

Abwehrchef Jonathan Tah stellte sich demonstrativ vor seinen Teamkollegen. Ebenfalls gegenüber der BILD erklärte der Innenverteidiger: „Als Verteidiger bin ich wahrscheinlich bei jedem Gegentor irgendwie mitverantwortlich. Er sollte sich das nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Die Kritik ist bei Torhütern noch extremer, weil man in jeder Situation sagen kann: ‚Er hätte früher springen müssen‘, ‚Er hätte eher rauskommen müssen‘, was auch immer. Er sollte da nicht zu viel drüber nachdenken. Aber ich hatte auch das Gefühl, dass er sich nicht zu viele Gedanken macht.“
Urbig hatte bis dahin eine solide Leistung gezeigt, konnte in der 49. Minute noch stark gegen Claude-Maurice parieren. Doch beim folgenden Eckball unterlief dem Schlussmann der entscheidende Patzer. Für einen Keeper, der selten Spielzeit erhält, eine denkbar bittere Szene.
Dass Urbig nach dem Spiel wortlos blieb, passte ins Bild. „Ich bin heute nicht eingeteilt“, entgegnete er auf Nachfrage – eine Aussage, die den Frust nicht verdecken konnte. Die Situation auf seiner Position ist klar: Manuel Neuer bleibt gesetzt, auch für das anstehende Auswärtsspiel in Eindhoven. Urbig dürfte dort wieder auf der Bank sitzen. Doch bisweilen konnte der Ex-Kölner in München überzeugen und wird seine Chance bekommen, um es wieder besser zu machen.
