Keine Zukunft bei Real? Bayern-Flirt könnte im Sommer verfügbar werden

Felix Flechsig

Nur ein Jahr nach seinem viel beachteten Wechsel zu Real Madrid könnte Trent Alexander-Arnold schon wieder vor einem Abschied stehen. Die Situation des englischen Nationalspielers wird in München genau verfolgt – nicht ohne Grund.

Der Schritt von der Anfield Road ins Santiago Bernabéu galt im vergangenen Sommer als einer der spektakulärsten Transfers des Jahres. Nach einer kompletten Karriere beim FC Liverpool entschied sich Trent Alexander-Arnold bewusst für einen Neustart bei Real Madrid. Doch statt sportlicher Erfüllung folgte bislang vor allem Ernüchterung. Verletzungen warfen den 27-Jährigen immer wieder zurück, ein klarer Stammplatz blieb ihm verwehrt. Die Erwartungen an den früheren Liverpool-Star konnten die Königlichen bislang nicht erfüllen.

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch den Trainerwechsel in Madrid. Während Xabi Alonso noch öffentlich betont hatte, wie wichtig Alexander-Arnold für die Zukunft des Klubs sei, scheint sich unter dessen Nachfolger Álvaro Arbeloa das Blatt komplett gewendet zu haben.

Neuer Trainer, klare Ansage: Keine Zukunft bei Real?

Wie das spanische Portal El Nacional berichtet, soll Arbeloa dem Rechtsverteidiger bereits unmissverständlich signalisiert haben, dass er in den sportlichen Planungen für die kommende Saison keine Rolle mehr spielt. Die Entscheidung sei demnach rein sportlich motiviert. Alexander-Arnold gilt intern nicht als idealer Fit für das System des neuen Trainers, insbesondere seine Defensivarbeit soll kritisch gesehen werden.

Für den Engländer wäre das ein harter Rückschlag. Real Madrid hatte im vergangenen Sommer sogar rund zehn Millionen Euro an Liverpool überwiesen, um ihn frühzeitig zur Klub-WM einsetzen zu können, obwohl er wenige Wochen später ablösefrei gewesen wäre. Umso überraschender ist die aktuelle Entwicklung, die deutlich macht, wie schnell sich die Perspektiven in Madrid ändern können.

Bayern behält die Situation im Blick

Trent Alexander-Arnold
Foto: IMAGO

Ein möglicher Abschied aus Spanien dürfte auch beim FC Bayern aufmerksam registriert werden. Bereits vor rund einem Jahr hatten die Münchner laut kicker ein Auge auf Alexander-Arnold geworfen und seine Vertragssituation in Liverpool intensiv beobachtet. Konkrete Gespräche kamen damals jedoch nicht zustande, da der Spieler frühzeitig klare Präferenzen für Real Madrid hatte.

Nun hat sich die Ausgangslage verändert. Die Bayern suchen bekanntlich nach einer langfristigen Lösung für die rechte Abwehrseite. Die wiederkehrenden Ausfälle und die fehlende Konstanz auf dieser Position haben in der laufenden Saison immer wieder zu Improvisationen gezwungen. Ein Spieler vom Kaliber Alexander-Arnold würde sportlich zweifellos in das Anforderungsprofil passen – vor allem wegen seiner spielerischen Qualität, seiner Erfahrung auf Topniveau und seiner Stärke im Spielaufbau.

Allerdings gibt es erhebliche Fragezeichen. Der Engländer steht in Madrid noch bis 2031 unter Vertrag und zählt zu den absoluten Topverdienern. Sollte Real jedoch tatsächlich einen schnellen Abschied anstreben, könnte sich ein ungewöhnliches Fenster öffnen. Ein Leihgeschäft oder ein Transfer zu deutlich reduzierten Konditionen wäre in diesem Szenario zumindest denkbar.

Teures Risiko oder strategische Chance?

Für den FC Bayern wäre Alexander-Arnold trotz aller Qualität kein Selbstläufer. Seine Verletzungsanfälligkeit, die defensive Stabilität und vor allem das Gehalt müssten in ein ohnehin sensibel austariertes Kadergefüge passen. Gleichzeitig ist klar: Spieler dieses Formats werden nur selten verfügbar – erst recht nicht mit 27 Jahren.

Noch ist offen, ob Real Madrid tatsächlich die Reißleine zieht. Doch allein die Tatsache, dass ein so prominenter Neuzugang nach wenigen Monaten wieder zur Disposition steht, sorgt europaweit für Aufmerksamkeit. In München dürfte man genau hinschauen. Ob daraus mehr wird als lose Gedankenspiele, hängt vor allem davon ab, wie ernst es Real mit dem angekündigten Umbruch wirklich ist.

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