Transfers in der Warteschleife: Das Innenverteidiger-Puzzle des FC Bayern

Vjekoslav Keskic

Die Planungen des FC Bayern für die Defensive gleichen aktuell einem sensiblen Domino-Spiel. Im BILD-Podcast Bayern Insider analysieren Christian Falk und Tobi Altschäffl, warum sich gleich mehrere Personalien gegenseitig blockieren – und weshalb erst eine Entscheidung alles andere auslösen wird.

In der Innenverteidigung des FC Bayern herrscht derzeit Stillstand, allerdings kein zufälliger. Vielmehr warten die Münchner bewusst ab, weil mehrere Optionen voneinander abhängen. „In der Abwehr ist noch ein Domino“, bringt Christian Falk die Situation auf den Punkt. „Wann fällt der erste Stein?“ Diese Frage beschäftigt nicht nur die sportliche Leitung, sondern beeinflusst die gesamte Transferstrategie für den kommenden Sommer.

Stones als Gerücht – aber kein echtes Bayern-Profil

John Stones
Foto: IMAGO

Ein Name, der zuletzt kursierte, ist John Stones von Manchester City. Der Engländer wurde medial als mögliche Option gehandelt, insbesondere für den Fall, dass sich die Upamecano-Frage weiter hinzieht. Doch intern ist die Begeisterung begrenzt. Falk macht deutlich, dass die Verbindung eher aus dem Beraterumfeld stammt. „Die Berater streuen das natürlich sehr“, erklärt er und verweist darauf, dass Stones parallel auch mit Klubs aus Italien, Spanien sowie aus Saudi-Arabien und den USA in Verbindung gebracht wird.

Sportlich jedoch passt das Profil aus Bayern-Sicht nur bedingt. Tobi Altschäffl bringt es nach Rücksprache mit englischen Quellen klar auf den Punkt: „Die Füße sind nicht schnell genug für Kompany.“ Für den Spielstil, den Vincent Kompany beim FC Bayern etablieren will, seien Dynamik und Tempo in der letzten Linie essenziell. Zwar räumt Altschäffl ein, dass Stones Qualitäten habe, etwa im Spielaufbau oder in der Kopfballstärke, doch das Gesamtpaket überzeugt nicht. „So ganz zum Fußball passt er nicht ins Profil“, lautet das Fazit.

Bastoni zu teuer – Bayern nicht am Tisch

Ein weiterer prominenter Name ist Alessandro Bastoni von Inter Mailand. Der italienische Nationalspieler gilt europaweit als einer der besten Innenverteidiger seiner Generation. Doch genau darin liegt das Problem. „80 Millionen will Inter – da ist Bayern nicht am Tisch“, stellt Falk unmissverständlich klar. Bastoni ist langfristig bis 2028 gebunden, was die Verhandlungsposition der Italiener zusätzlich stärkt.

Für den FC Bayern ist dieser Preis nicht darstellbar, zumal man parallel an mehreren Baustellen arbeitet. Falk betont, dass solche Namen zwar zwangsläufig auf Listen auftauchen, aber eher der Marktsondierung dienen. „Die Bayern müssen sich eine Liste zulegen, deshalb sind sehr viele Namen unterwegs“, erklärt er. Bastoni gehört dazu – realistisch ist ein Transfer jedoch nicht.

Schlotterbeck als naheliegende Lösung

Nico Schlotterbeck
Foto: IMAGO

Deutlich konkreter wird es beim Blick in die Bundesliga. Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund ist für  Altschäffl die logischste Option, sollte Dayot Upamecano den Verein verlassen. „Das wäre für mich die naheliegendste Lösung“, sagt Altschäffl. Besonders reizvoll: Schlotterbeck zögert in Dortmund mit einer Verlängerung, während die ganz großen internationalen Klubs bislang nicht ernsthaft zugreifen.

Hinzu kommt der sportliche Fit. Schlotterbeck kennt Jonathan Tah aus der Nationalmannschaft, spricht Deutsch, kennt die Bundesliga – und wäre sofort einsatzfähig. „Dann gehst du auf Dortmund zu und sagst: Wir zahlen euch 35 oder 40 Millionen“, skizziert Altschäffl ein mögliches Szenario. Im Vergleich zu internationalen Alternativen wäre das für Bayern ein kontrollierbares Investment.

Teile diesen Artikel