Wann entscheidet sich Dayot Upamecano endlich? Diese Frage stellt man sich beim FC Bayern inzwischen nicht nur leise, sondern immer drängender. Seit Wochen liegt dem Franzosen ein unterschriftsreifes Angebot vor – doch eine Zusage bleibt weiter aus.
Aus Sicht des FC Bayern ist die Situation schwer nachvollziehbar. Der Rekordmeister ist in den Gesprächen mit Dayot Upamecano weit gegangen, teilweise bis an die finanzielle Schmerzgrenze. Die Rahmenbedingungen stimmen, sportlich wie wirtschaftlich. Dennoch lässt der 27-Jährige die Münchner weiter zappeln.
Nach Informationen von SPORT1 wächst hinter den Kulissen vor allem im Aufsichtsrat die Irritation über die anhaltende Hinhaltetaktik. Upamecano selbst hält sich öffentlich bedeckt und verweist regelmäßig auf seinen Berater. Dieser mache einen guten Job, mehr wolle er dazu nicht sagen. Eine klare Tendenz oder gar ein Bekenntnis zum FC Bayern ist bislang ausgeblieben.
Dabei passt aus Münchner Sicht eigentlich alles. Unter Vincent Kompany hat sich Upamecano stabilisiert, wirkt konstanter denn je und zählt sportlich zu den absoluten Fixpunkten im Abwehrzentrum. Der Trainer selbst machte zuletzt kein Hehl daraus, wie hoch er den Franzosen einschätzt. „Seitdem ich hier bin, war Upa sehr, sehr konstant. Wenn er sich eine Phase seiner Karriere aussuchen muss, in der er so gut war, glaube ich, dass das jetzt seine beste Phase ist“, betonte Kompany. Mehr Wertschätzung geht kaum.
Eberl vorsichtiger – Erinnerungen an den Kimmich-Poker

Auffällig ist, dass sich auch der Tonfall in der Führungsetage verändert hat. Während Sportvorstand Max Eberl lange Zeit demonstrativ optimistisch wirkte, klingt er mittlerweile deutlich zurückhaltender. „Wir haben gesagt: Wir warten auf Upas Antwort, das ist die Einzige, die zählt. Und auf die warten wir“, erklärte Eberl zuletzt. Worte, die nüchtern klingen – und zugleich zeigen, wie sensibel die Situation inzwischen geworden ist.
Schon nach dem Champions-League-Spiel gegen Royale Union Saint-Gilloise hatte sich Eberl auffallend schmallippig gegeben. In München will man offenbar jedes falsche Wort vermeiden, um den Deal nicht zu gefährden. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Planungssicherheit – vor allem mit Blick auf die Kaderplanung für den kommenden Sommer.
Dass die Geduld nicht unbegrenzt ist, hatte CEO Jan-Christian Dreesen bereits Anfang des Jahres deutlich gemacht. Sein Kaugummi-Vergleich – zu langes Kauen, irgendwann ist der Geschmack raus – war eine klare Botschaft. Auch damals hieß es bereits, das vorliegende Angebot werde nicht mehr verbessert.
Die Parallelen zum Vertragsfall Joshua Kimmich sind offensichtlich. Auch der Nationalspieler ließ sich Zeit, auch dort wurde der Druck der Bosse irgendwann spürbarer. Ein offizielles Ultimatum gab es nie, doch die Richtung war klar. Gut möglich, dass die Bayern nun auch bei Upamecano zu deutlicheren Ansagen greifen müssen.
Aktuell fehlt der Innenverteidiger krankheitsbedingt, ein Virus macht die Runde im Team. Für die Entscheidung über seine Zukunft dürfte das jedoch keine Rolle spielen. In München wartet man nicht auf seine Rückkehr auf den Platz – sondern auf seine Unterschrift. Und die Frage bleibt: Was will Dayot Upamecano eigentlich noch?
