Der FC Bayern kassiert in Augsburg die erste Niederlage der Bundesliga-Saison. Nico Schlotterbeck, Emre Can und Lars Ricken glauben nach dem Dortmunder Sieg in Berlin wieder an eine Chance im Titelkampf.
Nach dem überraschenden 1:2 der Münchner gegen den FC Augsburg war der BVB am Samstagabend bei Union Berlin gefordert – und lieferte. Mit einem souveränen 3:0 verkürzte Dortmund den Rückstand auf den Rekordmeister auf acht Punkte. Besonders Nico Schlotterbeck machte dabei deutlich, dass die Westfalen den Titel noch längst nicht abgeschrieben haben.
Der Innenverteidiger, der per Kopf das 2:0 markierte, erklärte nach dem Spiel: „Ich will nicht, dass der Titel im März entschieden wird. Ich will so lange wie möglich im Rennen bleiben. Wenn wir den Abstand mal auf vier oder fünf Punkte verkürzen, fangen sie an nachzudenken. Sie kommen auch noch zu uns. Sie sind nicht komplett außer Reichweite, wir wollen da sein, wenn sie Fehler machen.“
Kapitän Emre Can ordnete den Rückstand in der Tabelle nüchtern ein: „Acht Punkte sind viel, Bayern spielt eine herausragende Saison, aber wir auch. Wir konzentrieren uns auf uns selbst und schauen, was am Ende passiert.“ Für den BVB war es der dritte Bundesliga-Sieg in Serie. Seit Oktober ist Dortmund in der Liga ungeschlagen.
Ricken sieht Signal für die Liga

Auch BVB-Sportchef Lars Ricken sprach nach dem Spiel von einem positiven Signal, nicht nur für den eigenen Klub: „Es ist ein gutes Zeichen für die Bundesliga, dass sie verloren haben. Es zeigt, dass sie schlagbar sind. Wir hätten auch ein paar Punkte mehr haben können, wenn wir sie nicht in der Nachspielzeit hergeschenkt hätten. Jetzt müssen wir uns auf uns konzentrieren.“
Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen mahnte angesichts der bislang starken Saison und dem ersten Rückschlag in der Liga vor zu früher Partystimmung: „Die Saison ist noch lang“, erklärte er der BILD am Sonntag. Dreesen betonte, dass auch starke Leistungen nicht über die Schwächephasen der Münchner hinwegtäuschen dürften: „Gegen Augsburg haben wir aufgrund unserer Leistung in der zweiten Halbzeit übrigens verdient verloren.“
In Dortmund wächst derweil die Hoffnung auf eine spannende Rückrunde. Das nächste Heimspiel gegen Schlusslicht Heidenheim dürfte für den Tabellenzweiten eine Pflichtaufgabe sein, währen die Bayern auswärts beim HSV antreten. Am 28. Februar kommt es dann zum direkten Aufeinandertreffen zwischen dem Rekordmeister und den Dortmundern. Spätestens dann könnte eine kleine Vorentscheidung zugunsten der Münchner fallen.
