Es gab bereits Gespräche! So ist der Stand zwischen Bayern und Vuskovic

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern wird immer wieder mit Luka Vuskovic in Verbindung gebracht. Der HSV-Leihspieler gilt als eines der größten Abwehrtalente Europas – doch wie realistisch ist ein Wechsel nach München wirklich?

Luka Vuskovic gehört zu den auffälligsten Erscheinungen dieser Bundesliga-Saison. Der erst 18 Jahre alte Innenverteidiger, von Tottenham Hotspur an den Hamburger SV ausgeliehen, hat sich beim Traditionsklub früh zum Abwehrchef entwickelt und weckt damit Begehrlichkeiten quer durch Europa. Auch der FC Bayern taucht immer wieder als möglicher Interessent auf. Doch hinter den Kulissen ist die Lage deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.

Bayern beobachtet – aber nur unter Bedingungen

Luka Vuskovic
Foto: IMAGO

Nach Informationen der Hamburger Morgenpost haben die Bayern in den vergangenen Monaten mehrfach Kontakt zur Spielerseite aufgenommen. Dabei ging es jedoch weniger um konkrete Verhandlungen als vielmehr um ein klassisches „Warmhalten“ der Personalie. Die Gespräche hatten informellen Charakter, um über die Entwicklung und die Perspektive des Kroaten auf dem Laufenden zu bleiben. Auch laut Sky beobachten die Bayern Vuskovic. Allerdings will der Spieler demnach nicht als Innenverteidiger Nummer drei oder vier zu einem anderen Klub wechseln, sondern möchte bei seiner nächsten Station Stammspieler sein. Ob das bei Bayern gewährleistet wäre, ist äußerst fraglich.

Entscheidend für einen möglichen Vorstoß der Münchner ist die Zukunft von Dayot Upamecano. Die Vertragsverlängerung mit dem französischen Innenverteidiger zieht sich weiterhin, eine endgültige Entscheidung steht aus. Sollte Upamecano verlängern, wäre ein großer Abwehr-Transfer im Sommer kaum darstellbar – weder finanziell noch sportlich. Erst bei einem möglichen Abschied des Franzosen würde sich beim FC Bayern überhaupt eine Planstelle öffnen. Dann, und nur dann, könnte der Name Vuskovic in München ernsthaft an Bedeutung gewinnen.

Zahavi-Faktor und alte Verbindungen

Ein Detail macht das Gerücht dennoch spannend: Vuskovic wird von der Agentur „Gol International“ rund um Star-Berater Pini Zahavi vertreten. Genau mit dieser Agentur pflegen die Bayern seit Jahren enge Kontakte. Jonathan Tah und Leroy Sané wurden ebenfalls von Zahavi beraten. Beide Transfers sorgten zuletzt für intensive Gespräche zwischen den Parteien. Dass die Münchner jederzeit bestens über die Situation Vuskovics informiert sind, gilt daher als sicher.

Zugreifen hätten die Bayern bereits im Sommer 2023 können, als der damalige 16-Jährige noch für Hajduk Split spielte. Die aufgerufene Ablöse von rund drei Millionen Euro erschien den Verantwortlichen damals jedoch zu hoch, zudem gab es intern Zweifel an Auftreten und Reife des Spielers. Tottenham schlug schließlich zu und band Vuskovic bis 2030.

Tottenham entscheidet – Bayern in Wartestellung

Aktuell liegt die Zukunft des Abwehr-Juwels klar in den Händen von Tottenham Hotspur. Trotz des langen Vertrags zeigen sich die Spurs entspannt, beobachten die Entwicklung ihres Leihspielers genau und entscheiden nach Saisonende über die nächsten Schritte. Ein weiteres Leihjahr, ein Verkauf oder die Integration in den eigenen Kader sind allesamt Optionen.

Der HSV selbst hofft noch auf eine Verlängerung der Leihe, auch weil Vuskovic gerne gemeinsam mit seinem Bruder Mario spielen würde. Konkrete Gespräche darüber gab es bislang jedoch nicht.

Für den FC Bayern bleibt Vuskovic vorerst ein Name auf der Liste – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Erst wenn sich in der eigenen Innenverteidigung etwas bewegt, könnte aus losem Interesse ein konkretes Thema werden. Bis dahin gilt: beobachten, bewerten und abwarten.

Teile diesen Artikel