Die Torwart-Diskussion beim FC Bayern nimmt nach der Heimniederlage gegen den FC Augsburg weiter Fahrt auf – und Didi Hamann findet dabei deutliche Worte.
Der Sky-Experte traut Jonas Urbig die Nachfolge von Manuel Neuer nicht zu und stellt zugleich die strategischen Entscheidungen der Münchner Verantwortlichen infrage. Für Hamann war der jüngste Auftritt des 22-Jährigen kein Ausrutscher, sondern ein weiteres Indiz dafür, dass es für die ganz große Rolle beim Rekordmeister noch nicht reicht.
Hamann sieht strukturelles Problem bei Urbig

Auslöser der Debatte war Urbigs folgenschwerer Fehler in der 75. Minute, als er beim Eckball unter dem Ball hindurchsprang und damit den Ausgleich für Augsburg einleitete. Für Hamann war jedoch nicht nur diese Szene ausschlaggebend. Auch in anderen Situationen wirkte der junge Keeper unsicher, etwa beim Abpraller gegen Alexis Claude-Maurice, der beinahe zum nächsten Gegentor geführt hätte.
Bei Sky90 wurde Hamann deshalb grundsätzlich: „Du brauchst einen robusten Torhüter, auf den du dich verlassen kannst.“ Zwar räumte der 51-Jährige ein, dass Urbig sich noch entwickeln könne, schob aber nach: „Ich habe Bedenken, ob er das schon nächste Saison könnte.“ Vor allem die fehlende Spielpraxis sieht Hamann als zentrales Problem. „Auf der Bank wirst du kein besserer Torhüter, die Erfahrung kriegst du nur im Spiel. Sollte Neuer weitermachen, hat er in zweieinhalb Jahren kaum gehalten – wie soll das gehen?“
Sein Fazit fällt entsprechend hart aus: „Ich glaube nicht, dass Urbig bei Bayern mal die Nummer eins werden kann.“
Kritik an Bayerns Transferpolitik: Donnarumma als verpasste Chance
Noch deutlicher wurde Hamann mit Blick auf die strategische Planung der Bayern. Sollte Manuel Neuer seine Karriere im Sommer tatsächlich beenden, sieht er den Rekordmeister vor einem ernsthaften Problem. Ein Problem, das aus seiner Sicht vermeidbar gewesen wäre.
„Ich hätte alles versucht, den Donnarumma zu holen“, erklärte Hamann und verwies dabei auf die finanziellen Dimensionen anderer Bayern-Verträge. Wenn der Klub bereit sei, hohe Summen für Vertragsverlängerungen und Gehälter in die Hand zu nehmen, müsse dies auch für die Torwartposition gelten. Für Hamann ist klar: „Das ist die wichtigste Position. Die Champions League wirst du nur gewinnen, wenn du eine Granate im Tor hast.“
Mit Gianluigi Donnarumma, der sich im Sommer für Manchester City entschieden hat, hätte Bayern laut Hamann „fünf oder sechs Jahre Ruhe“ gehabt. Stattdessen setzten die Münchner auf Neuer – und auf Urbig als perspektivischen Nachfolger. Ob dieser Plan aufgeht, darf nach den jüngsten Auftritten zumindest hinterfragt werden.
