Nach Spott aus Leverkusen: Kompany braucht keine „Invincible“-Saison

Tim Schoster

Der FC Bayern hat in der Bundesliga erstmals verloren. Nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg ist der Traum von einer ungeschlagenen Saison beendet. Trainer Vincent Kompany ordnet die Niederlage ein und erklärt, warum ihn Rekorde nicht antreiben.

Nach der ersten Bundesliga-Niederlage der laufenden Saison ist der Plan einer makellosen Meisterschaft für den FC Bayern München Geschichte. Das 1:2 gegen den FCA setzte der Serie ein Ende und sorgte nicht nur in München für Gesprächsstoff, sondern auch für Reaktionen aus Leverkusen. Dort erinnerten Fans genüsslich daran, dass einzig Bayer Leverkusen bislang einen deutschen Meistertitel ohne Niederlage feiern konnte.

Besonders ärgerlich aus Bayern-Sicht: Der Gegner aus Augsburg war als Tabellenfünfzehnter angereist. Entsprechend stand nach dem Abpfiff weniger die Tabellensituation als vielmehr die verpasste historische Chance im Mittelpunkt. In der BayArena wurde das Ergebnis eingeblendet, begleitet von spöttischen Gesängen der Leverkusener Anhänger.

Trainer Vincent Kompany reagierte auf die verpasste „Invincible“-Saison betont ruhig. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte er: „Wenn wir jetzt noch einmal zehn Monate ungeschlagen bleiben, dann ist alles in Ordnung für mich.“ Für ihn stehe nicht ein persönlicher Meilenstein im Vordergrund, sondern der sportliche Weg seiner Mannschaft.

Kompany läutet „Neustart“ ein

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Der 39-Jährige machte deutlich, dass individuelle Rekorde für ihn keine Priorität besitzen. „Es geht nicht um meinen Rekord, es geht nicht um alles“, sagte Kompany und rückte seine Spieler klar in den Mittelpunkt. Entscheidend sei, dass das Team gewinnt, Titel holt und sich weiterentwickelt – unabhängig davon, ob eine Saison ohne Niederlage gelingt.

Auch die Bedeutung der Niederlage ordnete der Bayern-Coach nüchtern ein. „Dann hast du diesen Rekord vielleicht nicht, aber du gewinnst trotzdem oft, du verlierst auch mal – und es macht Spaß“, erklärte er. Am Ende zählten Preise und Titel, „und dann kann ich auch ohne dieses ‚Invincible‘ leben“.

Trotz des Rückschlags sieht Kompany keinen Bruch im Saisonverlauf. „Aber wir werden trotzdem immer weiter versuchen, alles zu gewinnen. Es wird kein neuer Nullpunkt, kein Neustart“, stellte er klar. Der Fokus bleibt auf dem nächsten Spiel und auf der Reaktion auf dem Platz.

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