Die überraschende Heimniederlage des FC Bayern gegen den FC Augsburg hat für Diskussionen gesorgt – an der grundsätzlichen Stärke des Rekordmeisters zweifelt Max Kruse jedoch nicht.
Mit dem 1:2 gegen den FCA kassierten die Münchner am 19. Bundesliga-Spieltag ihre erste Liga-Pleite der Saison. Ausgerechnet in der heimischen Allianz Arena riss damit eine Serie von 27 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage. Für viele Beobachter kam der Dämpfer unerwartet, für Ex-Nationalspieler Max Kruse ist er jedoch kein Grund zur Sorge.
„Dass irgendwann in der Saison der Zeitpunkt kommt, dass die Bayern auch einmal verlieren, das war – glaube ich – jedem klar“, erklärte Kruse am Samstagabend als RTL-Experte. Der Zeitpunkt habe ihn zwar überrascht, doch die grundsätzliche Einordnung sei eindeutig: „Zuhause gegen Augsburg war nicht das Spiel, in dem man eine Niederlage der Bayern erwartet.“
Kruse sieht keinen strukturellen Bruch

Trotzdem glaubt der 37-Jährige nicht an nachhaltige Folgen für den deutschen Rekordmeister. „Ich glaube, bei den Bayern wird es keinen Einbruch geben, weil sie am Ende vorne dominant sind“, so Kruse weiter. Für ihn handelte es sich um einen klassischen Ausrutscher – möglicherweise sogar mit positiver Wirkung: „Es war nur ein Spiel, das sie verloren haben – vielleicht auch zum richtigen Zeitpunkt, um jetzt die Sinne zu schärfen.“
Gerade mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf sieht Kruse die Münchner klar im Vorteil. Die Qualität im Kader, die spielerische Dominanz und die Erfahrung im Titelrennen sprächen eindeutig für den FCB. Seine Prognose fällt entsprechend deutlich aus: „Am Ende wird der FC Bayern sowieso klar Meister.“
Tatsächlich fällt die Niederlage auch tabellarisch kaum ins Gewicht. Trotz des klaren 3:0-Siegs von Borussia Dortmund bei Union Berlin beträgt der Vorsprung der Bayern weiterhin komfortable acht Punkte. Für Kruse ein weiterer Beleg dafür, dass es keinen Grund für Alarmstimmung gibt.
„Die Münchner werden dominant weiterspielen und ihre wichtigen Spiele gewinnen“, ist sich der frühere Bundesliga-Stürmer sicher. Einzelne Rückschläge seien im Saisonverlauf normal: „So ein Fauxpas kann mal passieren, aber die Bayern sind zu stabil, um jetzt einzubrechen.“
Viele Wechsel, wenig Rhythmus
Gegen den FC Augsburg hatte Vincent Kompany im Vergleich zum 2:0-Erfolg in der Champions League gegen Royale Union Saint-Gilloise kräftig rotiert. Mit Jonas Urbig, Hiroki Ito, Leon Goretzka und Alphonso Davies standen gleich vier neue Spieler in der Startelf. Besonders auffällig: Davies feierte nach seinem im März erlittenen Kreuzbandriss erstmals wieder ein Startelf-Comeback – allerdings ungewohnt als rechter Außenverteidiger.
Zunächst schien der Plan aufzugehen. Ito brachte die Bayern nach einer Ecke in Führung, ehe Augsburg das Spiel in der Schlussphase durch Treffer von Arthur Chaves und Han-Noah Massengo drehte. Ein seltener Moment der Unordnung beim Tabellenführer – mehr aber auch nicht, zumindest aus Sicht von Max Kruse.
Die Bayern bleiben trotz der Pleite klarer Favorit auf die Meisterschaft. Und wenn es nach Kruse geht, war der Rückschlag gegen Augsburg vor allem eines: ein kurzer Warnschuss – nicht mehr und nicht weniger.
