Wer spielt Rechtsverteidiger? Kompany gibt Personalupdate vor Eindhoven

Sebastian Mittag

Die Personaldecke auf der rechten Abwehrseite bleibt beim FC Bayern vor dem Champions-League-Auswärtsspiel bei der PSV Eindhoven weiter ein zentrales Thema. Trainer Vincent Kompany hat sich auf der Pressekonferenz vor dem letzten Spiel der Ligaphase zur Situation geäußert – und im Speziellen dazu, ob Sacha Boey eine Option ist.

Der französische Rechtsverteidiger ist nach wochenlanger Zwangspause endlich wieder einsatzbereit, für die Startelf kommt er allerdings noch nicht infrage. „Sacha hat noch nicht so oft trainiert, aber ist endlich aus dieser Krankheit raus. Er hat gute Eindrücke gezeigt heute im Training, dass er uns für ein paar Minuten helfen kann. Anfangen wird er noch nicht – aber das ist ein Glücksfall, dass er wieder fit ist. Das kommt zum richtigen Zeitpunkt für uns“, erklärte Kompany.

Damit ist klar: Boey wird in Eindhoven maximal als Joker eingeplant. Nach der langen Leidenszeit mit einem hartnäckigen Infekt und dem damit verbundenen Trainingsrückstand will der Bayern-Coach kein Risiko eingehen. Für Kompany zählt vor allem, dass der 25-Jährige wieder Teil des Kaders ist – gerade mit Blick auf die kommenden Wochen, in denen sich die personelle Lage in der Defensive schrittweise entspannen soll.

Musiala und Davies vor „harter Integration“

Neben Boey sprach Kompany auch über die Rückkehrer Jamal Musiala und Alphonso Davies, die nach Verletzungen beziehungsweise Krankheit wieder näher an die Mannschaft heranrücken. Dabei machte der Belgier deutlich, dass es in dieser Saisonphase keine behutsame Heranführung mehr gibt. „Wir sind uns alle einig, dass das zwei gute Spieler sind. Dann gibt es leider keine Softintegration in dieser Phase der Saison, sondern eine harte Integration. Es gibt Minuten über die Leistung, das ist unser Puzzle“, so Kompany.

Für den Bayern-Trainer ist entscheidend, dass der Kader rechtzeitig zur heißen Phase der Saison in Topform ist. „Wir sind nah dran, zum wichtigsten Zeitpunkt der Saison mit einem tollen Kader zu sein. Wichtig ist, dass wir im Februar und März alle auf voller Leistung haben. Dann werden auch Stanisic und Laimer zurück sein“, betonte er.

Alphonso Davies
Foto: IMAGO

Gerade der Ausblick auf die Rückkehr von Josip Stanisic und Konrad Laimer zeigt, dass die aktuellen Improvisationen auf den defensiven Außenbahnen nur eine Übergangslösung sein sollen. In Eindhoven muss Kompany jedoch weiterhin kreativ sein – auch, weil ein klassischer Rechtsverteidiger für die Startelf fehlt.

Kompany schont niemanden

Unabhängig von den Personalfragen stellte Kompany klar, dass es gegen die PSV keine Schonung geben wird. Trotz bereits gesichertem Achtelfinal-Ticket geht es für den FC Bayern noch um die Platzierung in der Ligaphase – und damit um mögliche Vorteile im weiteren Verlauf der Champions League. „Wir schonen niemanden. Wir sind in der Situation, den fast kompletten Kader dabeizuhaben. Nur wenige müssen noch integrieren nach ihrer Rückkehr. Dazu kommen noch Spieler, die viele Minuten gespielt haben“, erklärte der 39-Jährige.

Der Trainer warnte zugleich davor, den niederländischen Spitzenklub zu unterschätzen. „Wir kennen die Qualitäten von PSV, da können wir nicht mit beliebigen Spielern einfach so kommen und spielen. Wir haben Vertrauen in unseren Kader. Die, die morgen starten werden, an die glauben wir“, sagte Kompany.

Auch mögliche Entscheidungen gegen einzelne Stammkräfte erklärte er nachvollziehbar. „Und wenn es eine Entscheidung gibt, dass ein Spieler nicht startet, dann glauben wir daran, dass in diesem Fall etwas Frische fehlt“, so der Bayern-Coach.

Wer beginnt rechts hinten?

Offen bleibt damit weiter die konkrete Besetzung der rechten Abwehrseite. In den vergangenen Spielen hatte Kompany dort unterschiedliche Lösungen ausprobiert, zuletzt auch mit Tom Bischof. Alternativ wäre erneut eine System- oder Rollenverschiebung denkbar, etwa mit Joshua Kimmich, der diese Position aus früheren Bayern- und DFB-Zeiten kennt.

Kompany sagte zur Besetzung der Rechtsverteidiger-Position auch: „Es wird vielleicht wieder ein Linksfuß sein.“ Damit kämen auch Alphonso Davies oder Hiroki Ito infrage. Wie immer vor den Spielen, ließ sich Kompany allerdings nicht in die Karten schauen, was seine Startelf betrifft.

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