Winter oder Sommer? Atlético und Milan kämpfen um Bayern-Star Goretzka

Vjekoslav Keskic

In den vergangenen Wochen war es vergleichsweise ruhig um Leon Goretzka. Doch kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode kommt wieder Bewegung in die Causa des Bayern-Profis. Zwei europäische Top-Klubs bringen sich in Stellung.

Während Leon Goretzka beim FC Bayern sportlich nur noch eine Nebenrolle einnimmt, genießt der 30-Jährige im Ausland weiterhin hohes Ansehen. Der deutsche Nationalspieler steht bei mehreren Klubs auf dem Zettel – allen voran bei Atlético Madrid. Die Spanier suchen kurzfristig Verstärkung im zentralen Mittelfeld und prüfen derzeit intensiv, ob ein Transfer noch im Januar realisierbar ist.

Nach übereinstimmenden Medienberichten war Atlético-Sportchef Matheu Alemany in dieser Woche persönlich in München. Ziel des Besuchs soll ein Treffen mit der Spielerseite gewesen sein. Die Rojiblancos wollen nach dem Verkauf von Conor Gallagher schnell reagieren und sehen in Goretzka einen sofortigen Leistungsträger für das Zentrum. Für den FC Bayern wäre ein Winter-Abgang durchaus attraktiv, da der Vertrag des Mittelfeldspielers im Sommer ausläuft und man bei einem sofortigen Transfer zumindest noch eine Ablöse generieren könnte.

AC Milan steigt in den Poker ein

Leon Goretzka
Foto: IMAGO

Nun bekommt Atlético allerdings Konkurrenz. Wie das italienische Portal Calcio Mercato berichtet, hat sich auch der AC Milan in den Goretzka-Poker eingeschaltet. Demnach nahmen die Rossoneri in den vergangenen Stunden Kontakt zur Berateragentur „ROOF“ auf, um einen möglichen Wechsel auszuloten.

Der Ansatz der Italiener unterscheidet sich jedoch deutlich von dem der Madrilenen. Milan forciert keinen Winter-Deal, sondern setzt auf einen ablösefreien Transfer im Sommer. Sportdirektor Igli Tare gilt als großer Befürworter einer Verpflichtung und sieht in Goretzka eine ideale Verstärkung für das Mittelfeld der Rossoneri.

Laut dem Bericht steht auch der Spieler einem Wechsel nach Mailand grundsätzlich offen gegenüber. Goretzka schätzt demnach das sportliche Projekt des Traditionsklubs und sieht dort eine spannende Perspektive für die nächste Phase seiner Karriere. Auch finanziell scheint ein Deal nicht unrealistisch: Die kolportierten Gehaltsforderungen des Bayern-Profis werden in Mailand nicht als außerhalb des eigenen Rahmens bewertet.

Bayern vor einer Grundsatzentscheidung

Das größte Hindernis für den AC Milan bleibt allerdings die Konkurrenz durch finanziell deutlich stärkere Vereine wie Atlético Madrid. Für den FC Bayern stellt sich derweil die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Ein Winter-Transfer würde Planungssicherheit schaffen und finanziellen Spielraum eröffnen, ein ablösefreier Abgang im Sommer hingegen wäre aus wirtschaftlicher Sicht die schlechteste Lösung.

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