Der FC Bayern hat die Champions-League-Ligaphase mit einem 2:1-Auswärtssieg bei der PSV Eindhoven erfolgreich abgeschlossen. Es war der siebte Sieg im achten Spiel – und ein Erfolg mit Signalwirkung. Die Münchner sicherten sich damit nicht nur Platz zwei, sondern auch das Heimrecht in allen kommenden K.o.-Rückspielen. Entsprechend zufrieden, aber auch reflektiert fielen die Stimmen nach dem Abpfiff aus.
Aus Sicht der sportlichen Führung war es vor allem die Art und Weise, wie sich der FC Bayern in Eindhoven präsentierte, die Mut machte. Sportvorstand Max Eberl verwies nach der Partie ausdrücklich auf die Widerstände, die es zu überwinden galt. „Es war ein intensives Spiel. PSV hat in Liverpool gewonnen, also es ist keine Mannschaft, die du einfach mal so wegspielst. Wir haben auch gegen das Publikum gespielt. Aber ich finde, dass wir das sehr, sehr gut gemacht haben“, erklärte Eberl.
Gerade mit Blick auf die erste Halbzeit sah der 52-Jährige einen reifen Auftritt der Münchner. „In der ersten Halbzeit hatten wir Möglichkeiten, PSV hatte auch die eine oder andere, aber in Summe fand ich, dass das ein sehr, sehr guter Auftritt von uns war“, so Eberl weiter. Besonders positiv bewertete er die Reaktion nach dem jüngsten Rückschlag in der Bundesliga: „Positiv ist, wie die Mannschaft reagiert hat nach der Niederlage gegen Augsburg, auch gegen die Widerstände, die wir heute im Spiel hatten. Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft.“
Musiala glücklich zurück – und selbstkritisch zugleich

Für Jamal Musiala war der Abend in Eindhoven gleich in mehrfacher Hinsicht besonders. Der Offensivspieler traf nicht nur zum wichtigen Ausgleich, sondern zeigte nach seiner Rückkehr auf den Platz auch eine spürbare Spielfreude. „Ich bin richtig glücklich über mein Tor. Mama hat mir schon tausende WhatsApp-Messages geschrieben. Ich bin vor allem glücklich, wieder auf dem Spielfeld zu sein“, sagte Musiala mit einem Lächeln.
Gleichzeitig blieb der Nationalspieler selbstkritisch. „Mein Fokus liegt jetzt auf dem nächsten Spiel, mein Level weiter hoch zu bringen. Es war echt gut, außer am Anfang der zweiten Halbzeit – da habe ich kurz vergessen, Fußball zu spielen“, räumte er offen ein. Insgesamt spüre er jedoch, dass er wieder näher an sein Top-Niveau herankomme. „Ich habe gute Aktionen gehabt, komme jetzt langsam wieder rein. Wenn ich auf dem Platz bin, will ich einfach viel Energie und Fokus haben und abliefern. Heute war ein guter Tag.“
Auch den mannschaftlichen Lernprozess sprach Musiala an. „Wir haben jetzt viele Spiele lang unser Level nicht droppen lassen. Das haben wir gegen Augsburg gelernt, wenn wir ein bisschen runterfahren. Es war ein wichtiger Sieg heute. Jetzt kommen die entscheidenden Spiele und es ist wichtig, dass wir unser Level wieder einen Tick hoch bringen für diese Matches.“
Urbig lobt Vielseitigkeit und Mentalität
Zum Man of the Match avancierte Jonas Urbig, der mit einer starken Leistung maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte. Der Torhüter stellte vor allem die kämpferische Komponente in den Vordergrund. „Entscheidend war, dass wir auf dem Gas geblieben sind und in jeder Aktion die Zweikämpfe angenommen haben, um die zweiten Bälle gekämpft haben“, erklärte Urbig. Genau diese Aspekte seien in solchen Spielen ausschlaggebend, „weil man damit den Gegner immer weiter unter Druck setzt“.
Auch die personellen Wechsel hob der Keeper hervor. „Durch die Einwechslungen hinten raus konnten wir nochmal Frische bringen und die Räume, die da waren, nutzen“, so Urbig. Besonders bemerkenswert ist seine Einordnung mit Blick auf unterschiedliche Spieltypen: „Egal, ob es gegen eine spielerisch starke Mannschaft wie PSG oder Chelsea geht – da können wir super gegenhalten und Spiele gewinnen. Oder wenn wir wie heute in den Kampf gehen um die zweite Bälle. Das zeichnet uns aus, dass wir da so vielseitig sind.“
Der FC Bayern verlässt Eindhoven mit einem Erfolgserlebnis, Selbstvertrauen und dem Wissen, auch unter schwierigen Bedingungen bestehen zu können. Die Stimmen nach dem Spiel zeigen deutlich: Diese Mannschaft weiß, worauf es in der Champions League ankommt – und sie ist bereit für die entscheidende Phase der Saison.
