Drei Bayern-Erkenntnisse: Bayern kommt auch ohne Goretzka klar

Sebastian Mittag

Der FC Bayern gewinnt das letzte Spiel der Ligaphase in der Champions League bei der PSV Eindhoven. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Die Bayern siegten mit 2:1 in Eindhoven und schlossen die Ligaphase somit auf Tabellenplatz zwei ab. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Bayern kommt auch ohne Goretzka klar

Während der 90 Minuten auf dem Platz war Leon Goretzka sportlich eigentlich kein Thema. Der Nationalspieler saß auf der Bank und wurde auch nicht eingewechselt. Trotzdem wurde vor Anpfiff und nach dem Spiel sehr viel über den 30-Jährigen gesprochen. Goretzka hatte der ZEIT ein Interview gegeben, das nur rund fünf Stunden vor Beginn der Partie veröffentlicht wurde. Ein fragwürdiger Zeitpunkt. 

Goretzka erklärte unter anderem, dass ein Wechsel ins Ausland für ihn „natürlich“ eine Option sei: „Ich finde es spannend, in meiner Karriere noch ins Ausland zu gehen“, sagte er.

Der Mittelfeldspieler muss sich auch Gedanken über seine Zukunft machen: Sein Vertrag bei den Bayern läuft im Sommer aus, der Verein macht keine Anstalten, nochmal mit Goretzka zu verlängern. 

Die AC Milan und Atlético Madrid sollen interessiert sein, die Spanier schickten sogar schon Sportdirektor Mateu Alemany für Verhandlungen nach München.

Sogar ein Blitz-Abgang von Goretzka im Winter ist denkbar. Für den Rekordmeister wäre das eine gute Möglichkeit, einen absoluten Topverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen. 

Sportlich kommen die Bayern auch ohne Goretzka klar. In Eindhoven bildeten wieder Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic das Duo in der Mittelfeldzentrale.

Tom Bischof, der im Philips-Stadion diesmal als Rechtsverteidiger eine gute Figur abgab, kann hier auch spielen. Konrad Laimer ist zudem gelernter Sechser. Sollten sich die Bayern auf der Rechtsverteidiger-Position verstärken – etwa mit Givairo Read von Feyenoord Rotterdam – könnte der Österreicher auch wieder im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Zudem kann Raphael Guerreiro in der Zentrale aushelfen.

Ja, der Bayern-Kader ist grundsätzlich etwas dünn aufgestellt. Aber selbst, wenn Goretzka schon im Winter gehen sollte, können die Bayern ihn ersetzen. Mit David Santos Daiber haben die Münchner sogar noch einen Kandidaten aus dem eigenen Nachwuchsbereich für die Position in der Hinterhand. Selbst ein schneller Winter-Abgang von Goretzka wäre für den FCB gut zu verkraften.

2. Musiala-Rückkehr kann der X-Faktor sein

In der Offensive bekommen die Bayern eine neue Option zurück: Jamal Musiala ist eine echte Verstärkung für das Angriffsspiel der Mannschaft und fühlt sich mitten in der Saison an wie ein Neuzugang.

Der 22-Jährige stand in Eindhoven erstmals nach seiner schweren Verletzung im Sommer wieder in der Startelf und spielte gleich eine spielentscheidende Rolle. Musiala war sehr präsent und fiel gleich wieder mit seiner hervorragenden Ballbehandlung auf. Technisch hat er während seiner langen Verletzungspause nichts verlernt. Der Ball klebt Musiala immer noch am Fuß.

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Sein Doppelpass mit Lennart Karl vor dem 1:0 war hervorragend, Musialas Abschluss extraklasse. Ein Musiala in alter Form eröffnet Trainer Vincent Kompany nochmal ganz neue Möglichkeiten. Sein Zusammenspiel mit Karl war in vielen Szenen schon gut.

Die Fans können sich darüber hinaus schon auf Kombinationen mit seinem Kumpel Michael Olise freuen. Zusammen mit Luis Diaz kann hier in der entscheidenden Phase der Saison eine echte Weltklasse-Offensive entstehen. Die Rückkehr von Musiala kann im Kampf um die Titel – vor allem in der Champions League – zum X-Faktor für die Bayern werden.

3. Urbig gibt Weltklasse-Antwort

Trotz der spektakulären Startelf-Rückkehr von Musiala wurde ein anderer von der UEFA zum Man of the Match gekürt – und zwar zurecht: Jonas Urbig zeigte eine Weltklasse-Leistung und konnte nach dem Spiel das Selfie mit der Trophäe machen.

Der junge Keeper gab damit die perfekte Antwort auf seinen unglücklichen Auftritt bei der Bundesliga-Pleite gegen Augsburg. Urbig hatte sich beim Ausgleich des FCA bei einer Ecke verschätzt und danach viel Kritik kassiert. Kompany schenkte ihm überraschend nochmal in der Königsklasse das Vertrauen als Vertreter von Manuel Neuer.

Und Urbig zahlte es zurück: Er parierte sechs Bälle, darunter zwei mit echten Glanzparaden. Beim Gegentreffer war Urbig machtlos, dafür leitete er das 2:1 durch Joker Harry Kane mit einem weiten, präzisen Pass nach vorne ein.

Für seine Top-Leistung bekam Urbig die FCBinside-Note 1. Von Eberl gab es ein Riesenlob obendrauf. Über Urbigs Antwort auf das Augsburg-Spiel sagte der Bayern-Boss, sie beweise, „was für ein großer Charakter er ist und was für ein sehr guter Torwart er ist.“

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