Jonas Urbig stand nach dem Augsburg-Spiel in der Bundesliga massiv unter Beobachtung. Zweifel an seiner Rolle beim FC Bayern wurden öffentlich diskutiert. In der Champions League bekam der 22-Jährige nun die Gelegenheit, sportlich zu antworten und nutzte diese eindrucksvoll.
Beim 2:1-Auswärtssieg des FC Bayern bei der PSV Eindhoven stand Jonas Urbig überraschend erneut von Beginn an im Tor. Trotz der vorausgegangenen Kritik entschied sich Trainer Vincent Kompany dafür, dem jungen Keeper auch auf internationaler Bühne das Vertrauen zu schenken. Gegen Augsburg hatte Urbig sich beim Ausgleich bei einer Ecke verschätzt: er sprang am Ball vorbei und leitete so die erste Liga-Niederlage der Münchner in der laufenden Saison ein.
Urbig zahlte das Vertrauen gegen PSV mit einer starken Leistung zurück. Der Torwart parierte sechs Bälle, vier davon aus kurzer Distanz im Strafraum, und zeigte sich auch im Spielaufbau sehr präsent. Mehrfach leitete er mit präzisen langen Bällen Angriffe ein, so auch beim 2:1-Siegtreffer von Harry Kane, und agierte insgesamt äußerst aktiv. Von Sofascore erhielt Urbig die Note 9,9 und wurde auch von der UEFA zum Spieler des Spiels gewählt.
Sportvorstand Max Eberl ordnete den Auftritt nach dem Spiel deutlich ein. „Jetzt hat er nach den ganzen Spielen, die er gemacht hat, einmal eine Flanke, wo er einen Fehler macht gegen Augsburg und steht heute im Tor hier in Eindhoven, was definitiv nicht leicht ist und spielt so ein Spiel, das zeigt, was für ein großer Charakter er ist und was für ein sehr guter Torwart er ist.“

Urbig bescheiden: „Erfolg der Mannschaft im Vordergrund“
Urbig selbst blieb nach dem Abpfiff bewusst zurückhaltend. Zum Umgang mit dem Lob sagte er: „Klar, ich nehme jetzt das Momentum vielleicht auch ein Stück weit mit, dass es heute gut geklappt hat. Aber für mich geht jedes Spiel von vorne los.“ Auch den Fehler gegen Augsburg ordnete er ruhig ein: „Da unterstützt mich das Team super, auch nach dem Spiel gegen Augsburg. Deswegen sind wir als Mannschaft mit viel Selbstvertrauen hier in das Spiel gegangen. Jeder Einzelne, auch ich.“
Dass er erst nach dem Abschlusstraining von seinem möglichen Einsatz erfahren hatte, änderte für Urbig nichts an seiner Herangehensweise. „Gestern nach dem Abschlusstraining kam die Info, dass ich möglicherweise dann spiele. Aber wie gesagt, hatte ich davor schon einige Male gesagt, ich bin immer vorbereitet, falls was passieren sollte.“
Entscheidend sei für ihn ohnehin etwas anderes gewesen. „Ich habe mich natürlich gefreut, heute zu spiele. Es ist aber viel wichtiger, dass es gar nicht um mich geht, sondern um die Mannschaft.“ Auch beim Thema Vertrauen blieb der 22-Jährige konsequent: „Ja, ich freue mich natürlich darüber, aber wie ich schon gesagt habe, da steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund. Ich finde, wir sollten so darüber sprechen, weil wir als Mannschaft heute einen super Job gemacht haben und das Spiel so angenommen haben, wie es gelaufen ist.“
