Wettbieten um Bayern-Star! Nächster Topklub will Goretzka

Tim Schoster

Die Transfergerüchte um Leon Goretzka nehmen weiter an Dynamik zu. Nachdem zuletzt Atlético Madrid als konkreter Interessent galt, ist nun auch Tottenham Hotspur in den Poker um den Mittelfeldspieler des FC Bayern eingestiegen. Die kommenden Stunden könnten für den 30-Jährigen entscheidend werden.

Wie Transfer-Insider Matteo Moretto berichtet, haben die Tottenham Hotspur am Mittwoch bei den Verantwortlichen des FC Bayern wegen Leon Goretzka angefragt. Ob die Münchner einem Abgang noch im laufenden Winter-Transferfenster zustimmen, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Eine zeitnahe Entscheidung wird hinter den Kulissen erwartet.

Nach Informationen von Sky treiben vor allem Atlético Madrid und deren sportliche Führung die Bemühungen um Goretzka weiter intensiv voran. Die Marca berichtet, dass die Spanier bereits ein Angebot für Goretzka abgegeben haben. Trainer Diego Simeone sieht in dem deutschen Nationalspieler seine Wunschlösung, um die Lücke im zentralen Mittelfeld nach dem Abgang von Conor Gallagher zu schließen. Demnach kam es zuletzt erneut zu Gesprächen zwischen Goretzka und den Verantwortlichen der Rojiblancos. Dabei stehen sowohl ein sofortiger Wechsel im Winter als auch ein Verbleib beim FC Bayern bis zum Sommer im Raum.

Dass sich das Interesse internationaler Topklubs zuspitzt, ist kein Zufall. Goretzkas Vertrag in München läuft im Sommer aus, was ihn für viele Vereine besonders attraktiv macht. Während Atlético und Tottenham offenbar bereit sind, bereits im Januar eine Ablöse zu zahlen, wird auch der AC Mailand als möglicher Abnehmer gehandelt, dort allerdings eher mit Blick auf einen ablösefreien Wechsel im Sommer.

Goretzka spricht offen über Abschied und persönliche Entwicklung

Leon Goretzka
Foto: IMAGO/Ulrich Wagner

Bemerkenswert ist vor allem, wie offen sich Goretzka zuletzt selbst zu seiner Zukunft geäußert hat. Der Mittelfeldspieler ließ keinen Zweifel daran, dass ein Abschied aus München für ihn ein realistisches Szenario ist. „Das ist eine Option, natürlich“, sagte Goretzka mit Blick auf einen möglichen Wechsel und ergänzte: „Ich finde es spannend, in meiner Karriere noch ins Ausland zu gehen.“

Dabei geht es dem 30-Jährigen nicht ausschließlich um sportliche Aspekte. Auch persönliche Überlegungen spielen eine Rolle. „Ich weiß, in München bin ich in einer Komfortzone“, erklärte Goretzka und führte weiter aus: „Ein Schritt raus wäre auch ein Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung. Etwas Neues kennenzulernen, das würde auch mein Leben bereichern.“ Diese Aussagen zeigen deutlich, dass ein möglicher Wechsel gut durchdacht wäre und nicht aus einer Kurzschlussreaktion heraus entstünde.

Eberl zeigt Verständnis – sportliche Perspektive begrenzt

Aus sportlicher Sicht ist Goretzkas Situation beim FC Bayern aktuell schwierig. Unter Vincent Kompany setzt der Rekordmeister im zentralen Mittelfeld zunehmend auf andere Profile. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sind gesetzt, zudem soll Tom Bischof perspektivisch eine größere Rolle einnehmen. Für Goretzka bleibt dadurch meist nur eine Nebenrolle.

Sportvorstand Max Eberl zeigte sich nach dem Champions-League-Sieg in Eindhoven entsprechend verständnisvoll, als er auf die Wechselgedanken des Nationalspielers angesprochen wurde. „Ja, das ist legitim“, erklärte Eberl und verwies auf die vertragliche Situation: „Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Dementsprechend muss man sich auch an seiner Stelle Gedanken machen über die Zukunft.“

Ob es tatsächlich zu einem Winterwechsel kommt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Neben der Entscheidung Goretzkas müssen auch Vincent Kompany und die Klubführung einer Lösung zustimmen. Ein vorzeitiger Abgang könnte dem FC Bayern zwar noch eine Ablöse einbringen, würde aber auch die Kaderbreite in einer entscheidenden Saisonphase beeinflussen.

Teile diesen Artikel