Frust bei den Bossen wächst: Bayern-Star lehnt Wechsel ab

Vjekoslav Keskic

Die Personalie Sacha Boey entwickelt sich für den FC Bayern zunehmend zu einer schwierigen Baustelle. Im BILD-Podcast Bayern Insider schildern Christian Falk und Tobi Altschäffl, wie ein Beraterwechsel, abgelehnte Angebote und interne Irritationen den Rechtsverteidiger ins Abseits rücken lassen.

Sacha Boey spielt sportlich kaum eine Rolle beim FC Bayern, sorgt aber abseits des Platzes für Gesprächsstoff. Wie im Podcast enthüllt wird, hat der Franzose sein Management gewechselt – ein Schritt, der beim FC Bayern aufmerksam registriert wurde. „Das ist true“, bestätigt Altschäffl. Boey wird künftig von Moussa Sissoko beraten, dem Agenten von Dayot Upamecano. Auffällig dabei: Der Wechsel ging nicht allein vom Spieler aus.

Trennung im gegenseitigen Einvernehmen

Nach Informationen der BILD war auch das bisherige Management nicht unglücklich über die Trennung. „Das alte Management war ein bisschen genervt von ihm“, berichtet Altschäffl. Der Wechsel sei eher ein Übereinkommen gewesen als ein klassischer Bruch. Dennoch ist klar: Ein neuer Berater bedeutet meist auch neue Weichenstellungen – sportlich wie wirtschaftlich.

Beim FC Bayern kam dieser Schritt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Boey gilt intern als klarer Streichkandidat, seine Rolle im Kader ist geschrumpft. Umso mehr hatten die Verantwortlichen gehofft, im Winter eine Lösung zu finden.

Doch genau hier liegt das Problem. Boey hatte konkrete Optionen – und sagte mehrfach Nein. „Das ist true“, stellt Christian Falk klar, als es um ein Angebot von Olympique Lyon geht. Und dabei blieb es nicht. „Es gab auch Interessenten aus der Premier League“, ergänzt Falk. Auch Olympique Marseille soll angefragt haben.

Boeys Reaktion fiel jedoch eindeutig aus. „Er hat zu allem Nein gesagt“, so Altschäffl. Der Grund dafür liegt aus Sicht der beiden Reporter auf der Hand: das Gehalt. „Weil er drei Millionen Gehalt verdient“, erklärt Altschäffl offen. Angebote, die diese Summe nicht abbildeten, waren für den Spieler offenbar nicht attraktiv genug.

Bayern wenig amüsiert

Sacha Boey
Foto: IMAGO

Beim FC Bayern kam dieses Verhalten alles andere als gut an. „Das fanden die Bayern jetzt nicht so amüsant“, sagt Falk deutlich. Der Klub sucht händeringend nach Abnehmern für Boey, um sportlich wie finanziell wieder Handlungsspielraum zu gewinnen. Dass der Spieler trotz geringer Einsatzzeiten lieber bleibt, sorgt intern für Kopfschütteln.

Altschäffl formuliert es drastisch: Boey „sitzt lieber bei Bayern seine Zeit ab“. Für einen Profi, der sportlich kaum berücksichtigt wird und dessen Standing in der Kabine ohnehin gelitten hat, ist das ein klares Signal – allerdings kein positives.

Hinzu kommt, dass Boey zuletzt auch sportlich für Irritationen gesorgt hatte. Seine Einwechsel-Fastverweigerung in früheren Spielen hatte bereits Spuren hinterlassen. Zwar erhielt er zuletzt wieder Minuten, doch sein Platz in der internen Hierarchie bleibt niedrig.

Dass er Fürsprecher im Team hat – etwa Dayot Upamecano – hilft kurzfristig, ändert aber nichts an der Gesamtlage. Der FC Bayern erwartet in solchen Situationen Kooperationsbereitschaft. Die hat Boey bislang nicht gezeigt.

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