Musiala und Karl zaubern und setzen ein starkes Zeichen für Bayerns Zukunft

Tim Schoster

Jamal Musiala und Lennart Karl gelten als zwei der wichtigsten Bausteine für die sportliche Zukunft des FC Bayern. Beim 2:1-Auswärtssieg in Eindhoven erhielten sie erstmals gemeinsam von Beginn an das Vertrauen – und rechtfertigten es mit einem Moment, der sinnbildlich für eine neue offensive Leichtigkeit der Münchner steht.

Der FC Bayern hat mit dem Erfolg bei der PSV Eindhoven seine Aufgabe in der Champions-League-Ligaphase erfüllt und sich Platz zwei gesichert. Sportlich war es ein Arbeitssieg, inhaltlich jedoch lieferte die Partie wertvolle Erkenntnisse. Besonders der erste Treffer des Abends hatte Signalwirkung. Jamal Musiala und Lennart Karl kombinierten sich mit einem doppelten Doppelpass sehenswert durch die PSV-Abwehr, ehe Musiala aus spitzem Winkel eiskalt zur Führung vollendete.

Es war nicht nur ein schön herausgespieltes Tor, sondern auch ein Statement. Erstmals standen Musiala und Karl gemeinsam in der Startelf – und beantworteten eine der zentralen Fragen der vergangenen Wochen auf dem Platz. Wie lässt sich der Rückkehrer Musiala integrieren, ohne die Entwicklung von Lennart Karl zu bremsen? Die Antwort: mit Mut, Flexibilität und klaren Rollen.

Musiala bewegte sich gewohnt zwischen den Linien, suchte häufig den Ball und setzte kreative Impulse. Karl agierte als quirliger Partner im rechten Halbraum, wich immer wieder aus, bot sich an und brachte Tempo ins Spiel. Gerade in der ersten Halbzeit war zu spüren, wie gut sich beide ergänzten. Technik, Spielwitz und ein hohes Spieltempo bestimmten Bayerns Offensivspiel – getragen von zwei Spielern, die zusammen gerade einmal 39 Jahre alt sind.

Musialas Erlösung und Karls Reife

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Für Jamal Musiala war der Treffer in Eindhoven ein ganz besonderer Moment. Es war sein erstes Tor nach der langen Verletzungspause – und eines, das Selbstvertrauen zurückbringen dürfte. Der Zeitpunkt passte perfekt. Musiala wirkte von Beginn an präsent, suchte Verantwortung und war spürbar darauf bedacht, Rhythmus zu finden. Dass ihm dies ausgerechnet in Kombination mit Lennart Karl gelang, passt ins Bild einer neuen Offensivdynamik beim FC Bayern.

Karl wiederum bestätigte eindrucksvoll, warum er in dieser Champions-League-Saison immer wieder Akzente setzt. Der 17-Jährige spielte mutig, forderte Bälle und überzeugte mit Übersicht. Sein Anteil am Führungstor war kein Zufall, sondern Ausdruck seiner Spielintelligenz. Trotz seines jungen Alters agiert Karl bemerkenswert reif, trifft meist die richtigen Entscheidungen und scheut sich nicht vor Verantwortung auf internationalem Niveau.

Karls Rolle über Eindhoven hinaus

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Die Leistung in Eindhoven dürfte auch Auswirkungen auf die kommenden Wochen haben. In den vergangenen Tagen wurde intensiv darüber diskutiert, wie Vincent Kompany Karl künftig einbindet, wenn Musiala wieder vollständig zur Verfügung steht. Beide fühlen sich im Zentrum wohl, beide suchen den Ball, beide wollen gestalten. Die Partie gegen die PSV zeigte, dass sich diese Profile nicht zwangsläufig ausschließen.

Gerade auf der rechten Seite eröffnet Karl zusätzliche Optionen. Auch bei voller Kaderstärke kann er dort eingesetzt werden und Michael Olise gezielt entlasten. Für Kompany ist das ein wertvolles Instrument, um Belastungen zu steuern, ohne an Qualität zu verlieren. Karls Flexibilität macht ihn zu mehr als nur einem Backup – er ist längst eine ernsthafte Option.

Nach der ersten Bundesliga-Niederlage rotierte Kompany in Eindhoven bewusst. Spieler wie Harry Kane, Leon Goretzka oder eben Michael Olise saßen zunächst auf der Bank. Die neu formierte Startelf nutzte ihre Chance, allen voran Musiala und Karl, die das Offensivspiel prägten und für die gefährlichsten Szenen sorgten.

Teile diesen Artikel