Trotz Bayern-Freigabe: Leon Goretzka lehnt Winterwechsel ab

Vjekoslav Keskic

Leon Goretzka wird den FC Bayern auf der Zielgeraden der Winter-Transferperiode aller Voraussicht nach nicht mehr verlassen. Trotz intensiver Bemühungen von Atlético Madrid hat sich der Mittelfeldspieler gegen einen kurzfristigen Wechsel entschieden und will die laufende Saison in München zu Ende spielen.

In den vergangenen Tagen hatte sich der Poker um Leon Goretzka spürbar zugespitzt. Atlético Madrid bemühte sich intensiv um den 30-Jährigen und war sogar bereit, noch im Winter eine Ablöse von bis zu fünf Millionen Euro zu zahlen – obwohl der Vertrag des Nationalspielers im Sommer ausläuft und er dann ablösefrei zu haben wäre. Dennoch kommt es nicht zum Last-Minuten-Transfer.

Wie Sky-Reporter Florian Plettenberg berichtet, hat Goretzka die Offerte der Spanier abgelehnt. „Es steht fast fest, dass er das Angebot von Atlético ablehnen und bis zum Ende der Saison beim FC Bayern bleiben wird, sofern nichts Außergewöhnliches passiert“, erklärte Plettenberg am Donnerstagabend. Damit verdichten sich die Zeichen klar, dass der Mittelfeldspieler seine Bayern-Zeit nicht mitten in der Saison beendet.

Laut Sky gab es am Donnerstag nochmals neue Gespräche zwischen allen beteiligten Parteien. Besonders bemerkenswert: Der FC Bayern wäre grundsätzlich bereit gewesen, Goretzka bereits im Winter ziehen zu lassen. Aus sportlicher Sicht hätte man dem Spieler keine Steine in den Weg gelegt, auch um zumindest noch eine kleine Ablöse zu generieren. Die Entscheidung fiel letztlich jedoch beim Spieler selbst.

Fokus auf Bayern – Abschied erst im Sommer

Leon Goretzka
Foto: IMAGO

Goretzka möchte die laufende Spielzeit beim deutschen Rekordmeister erfolgreich zu Ende bringen. Nach Informationen von Sky plant der 30-Jährige, erst im Sommer 2026 ein neues Kapitel aufzuschlagen, wenn sein Vertrag beim FC Bayern ausläuft. Ein Verbleib über diesen Zeitpunkt hinaus gilt an der Säbener Straße als faktisch ausgeschlossen.

Diese Haltung passt zu den öffentlichen Aussagen des Spielers in den vergangenen Wochen. Goretzka hatte betont, sich alle Optionen offenhalten zu wollen, gleichzeitig aber keinen Schnellschuss anzustreben. Ein Winterwechsel hätte zwar sportlich neue Reize geboten, hätte jedoch auch bedeutet, ein laufendes Projekt mitten in der Saison zu verlassen. Genau das wollte der Mittelfeldspieler offenbar vermeiden.

Für den FC Bayern bringt diese Entscheidung kurzfristig Klarheit. Goretzka bleibt bis Saisonende Teil des Kaders und kann in der entscheidenden Phase – national wie international – weiter eine Rolle spielen. Gleichzeitig wissen beide Seiten, dass die Zusammenarbeit im Sommer enden wird.

Viele Optionen als ablösefreier Spieler

Mit Blick auf die Zeit nach dem FC Bayern ist Goretzka bestens positioniert. Als ablösefreier Spieler wird er nach der Weltmeisterschaft 2026 zahlreiche Möglichkeiten haben. Neben Atlético Madrid werden auch der AC Mailand und die Tottenham Hotspur als potenzielle Interessenten gehandelt. Gerade für internationale Topklubs ist ein erfahrener, physisch starker Mittelfeldspieler ohne Ablöse ein attraktives Paket.

Für Goretzka selbst bedeutet die Entscheidung gegen Atlético im Winter keinen Verzicht, sondern eher ein Aufschieben. Die Optionen bleiben bestehen, womöglich sogar in größerer Zahl. Bis dahin liegt der Fokus jedoch klar auf dem FC Bayern.

 

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