„Eine geile Zeit“: Kompany emotional vor Wiedersehen mit dem HSV

Vjekoslav Keskic

Für Vincent Kompany wird das Auswärtsspiel des FC Bayern beim Hamburger SV zu mehr als nur einer weiteren Bundesliga-Partie. Wenn die Münchner am Samstagabend um 18:30 Uhr im Volksparkstadion antreten, führt der Weg des Cheftrainers zurück an eine Station, die seine Karriere nachhaltig geprägt hat.

Es ist eine Reise in die eigene Vergangenheit. Vor exakt 20 Jahren wechselte Vincent Kompany als eines der größten Talente Europas vom RSC Anderlecht zum Hamburger SV. Zwei Jahre später folgte der große Schritt zu Manchester City, wo der Belgier zum Weltstar reifte. Doch trotz all der Titel und Erfolge blieb Hamburg für Kompany ein besonderer Ort.

„Es bleibt natürlich eine besondere Geschichte für mich. Wohnen und Leben in Hamburg – jeder, der mal dort gewohnt hat, spürt, was für eine besondere Stadt das ist. Das bleibt“, erklärte der 39-Jährige vor der Partie. Worte, die zeigen, wie tief diese Zeit noch immer in ihm verankert ist – auch wenn sie vergleichsweise kurz war.

Erinnerungen an eine „geile Mannschaft“

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Auf der Spieltagskonferenz am Freitag wurde deutlich, wie lebendig die Erinnerungen an seine HSV-Zeit für Kompany noch sind. Zwar besteht kein enger Kontakt mehr zu den heutigen Verantwortlichen des Traditionsklubs, doch alte Weggefährten begegnen ihm bis heute immer wieder.

„Wir hatten schon eine geile Mannschaft in der Zeit, muss ich sagen. Ich hatte immer diese Verbindung mit Leuten wie Ivica Olic, David Jarolim, die treffe ich noch manchmal irgendwo in den Katakomben. Jerome Boateng. Wer war noch da? Paulo Guerreiro, Guy Demel, Timothée Atouba war immer lustig. Der Frank Rost auch im Tor. Es war einfach eine geile Zeit, eine geile Mannschaft“, schwärmte Kompany sichtlich bewegt.

Besonders bemerkenswert ist dabei, wie stark ihn diese zwei Jahre geprägt haben. „Ich habe letztendlich nur zwei Jahre beim HSV gespielt und trotzdem vom Gefühl her sind die zwei Jahre eigentlich besser hängengeblieben als vielleicht zwei Jahre woanders, weil es einfach eine geile Zeit war“, sagte der Belgier und ergänzte: „Ich hoffe, ich wünsche für die nächste Generation, dass die das wieder mal erleben.“

Keine Geschenke trotz Nostalgie

So emotional Kompany über seine Vergangenheit spricht, so klar ist seine Haltung mit Blick auf die Gegenwart. Sentimentalitäten haben am Spieltag keinen Platz. „Natürlich bin ich hauptsächlich da, weil ich mit Bayern München meine geilste Zeit erleben will“, stellte er unmissverständlich klar. Sein Ziel sei eindeutig: „Deswegen will ich einfach morgen gewinnen und dann freue ich mich auf alles andere.“

Für den FC Bayern geht es in Hamburg um wichtige Punkte im Titelrennen, für Kompany persönlich um die Balance zwischen Erinnerungen und Verantwortung. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist emotional, doch sportlich zählt für den Bayern-Coach nur eines.

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