Nach acht Jahren beim FC Bayern ist klar: Leon Goretzka wird den deutschen Rekordmeister am Ende der Saison verlassen. Kaum ist die Entscheidung offiziell, nimmt die Diskussion um seine sportliche Zukunft Fahrt auf. Ein Gedankenspiel sorgt dabei für besondere Aufmerksamkeit – ein möglicher Wechsel zu Borussia Dortmund.
Leon Goretzka hat in München alles erreicht, was auf Vereinsebene möglich ist. Sechs Titel in einer Saison, Champions-League-Sieg, Meisterschaften, Pokalerfolge – sportlich bleibt kaum ein Wunsch offen. Nach insgesamt acht Jahren endet dieses Kapitel nun, da der FC Bayern den auslaufenden Vertrag des 30-Jährigen nicht verlängern wird. Für Goretzka beginnt damit eine Phase, in der er frei entscheiden kann, wohin sein Weg führt.
Während international bereits Klubs aus Italien, Spanien und England gehandelt werden, rückt jetzt auch ein Szenario in den Fokus, das auf den ersten Blick polarisiert: Borussia Dortmund. Für Fußball-Experte Pit Gottschalk ist dieses Gedankenspiel keineswegs abwegig. In der aktuellen Folge der „Schwarzgelben Runde“ brachte der Sportjournalist und langjährige Beobachter des BVB den Bayern-Abgang offen ins Spiel.
„Ich würde mir einen Typen wie Leon Goretzka beim BVB wünschen“
Gottschalk machte kein Hehl daraus, dass er Goretzka sportlich für eine klare Verstärkung halten würde. „Ich würde mir einen Typen wie Leon Goretzka beim BVB wünschen“, sagte er in der Sendung. Für ihn ist entscheidend, dass Dortmund im Mittelfeld einen Spieler brauche, der Verantwortung übernimmt, das Spiel ordnet und auf höchstem Niveau denkt. Genau dort sieht Gottschalk die Qualitäten des Bayern-Stars.
„Man muss auf einem höheren Niveau suchen, wenn man den Kader entscheidend verbessern will“, erklärte er weiter. Goretzka bringe Erfahrung aus der Champions League, aus Titelrennen und aus Drucksituationen mit – Eigenschaften, die im Dortmunder Mittelfeld zuletzt oft gefehlt hätten. Ein Spieler, der nicht nur mitläuft, sondern die Fäden in der Hand hält.
Schalker Vergangenheit als Hürde – oder Nebensache?

Ganz ohne Zweifel ist das Gedankenspiel allerdings nicht. Gottschalk sprach auch offen die größte Hürde an: Goretzkas Vergangenheit. „Er hat beim VfL Bochum und auf Schalke gespielt. Diese Vergangenheit gibt es natürlich“, sagte er. Gerade die Schalker Vergangenheit dürfte für Teile der Dortmunder Fans ein sensibles Thema sein.
Gleichzeitig relativierte Gottschalk diesen Punkt jedoch deutlich. Goretzka sei „ein Kind des Ruhrpotts, sehr bodenständig und ein toller Charakter“. Seine Entwicklung, seine Haltung und sein Auftreten hätten längst gezeigt, dass er mehr sei als seine frühere Vereinszugehörigkeit. Für Gottschalk überwiegen daher die sportlichen und menschlichen Argumente klar.
Rein sportlich würde ein Wechsel zum BVB durchaus Sinn ergeben. Dortmund sucht seit Jahren nach Stabilität und Führungsqualität im zentralen Mittelfeld. Goretzka könnte genau diese Rolle ausfüllen – als physisch starker, laufintensiver Spieler mit internationaler Erfahrung. Zudem kennt er die Bundesliga in- und auswendig und müsste sich nicht an ein neues Umfeld anpassen.
Ob ein solcher Wechsel realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Goretzka selbst hat zuletzt angedeutet, dass er eine neue Herausforderung sucht und aus seiner Komfortzone rausmöchte. Vieles deutet darauf hin, dass er im Sommer den Schritt ins Ausland wagt.
