Nach dem 2:2-Unentschieden beim Hamburger SV blieb es für den FC Bayern nicht bei sportlichem Frust. In den Katakomben des Volksparkstadions kam es unmittelbar nach Abpfiff zu hitzigen Szenen zwischen den Münchnern und Schiedsrichter Harm Osmers. Der Ärger hatte sich offenbar über 90 Minuten angestaut – und entlud sich nach dem Spiel.
Zum zweiten Mal in Folge blieb der Rekordmeister in der Bundesliga ohne Sieg. Eine Woche nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg reichte es auch beim HSV nur zu einem Remis. Während die Hamburger den Punktgewinn feierten, fühlte sich das Ergebnis für die Bayern wie eine weitere Enttäuschung an. Doch nicht nur das Sportliche sorgte für Diskussionen.
Bayern-Trainerteam stellt Osmers zur Rede
Wie die BILD berichtet, begaben sich Teile des Bayern-Trainerteams direkt nach dem Abpfiff vor die Schiedsrichterkabine. Dort kam es zu einer intensiven Diskussion mit dem Unparteiischen Harm Osmers. Auch Bayern-Stürmer Harry Kane war in unmittelbarer Nähe der Szene zu sehen.
Besonders brisant: Kane ging kopfschüttelnd an der Situation vorbei und sagte dabei hörbar: „The worst i’ve ever met in football“ (deutsch: „Der Schlechteste, den ich je im Fußball getroffen habe.“). Zwar nannte der Engländer keinen Namen, der Zusammenhang ließ jedoch kaum Zweifel daran, dass seine Worte dem Schiedsrichter galten.
Zwei Elfmeter-Szenen sorgen für großen Frust

Auslöser für den Ärger waren vor allem zwei späte Szenen in der Nachspielzeit. In der 90.+1 Minute bekam HSV-Verteidiger Elfadli einen Schuss von Joshua Kimmich an die Hand. Der VAR schaltete sich ein, doch nach kurzer Überprüfung entschied Osmers gegen einen Elfmeter. Der Unmut aufseiten der Bayern war groß.
Nur wenige Minuten später folgte die nächste strittige Situation. Josip Stanisic ging nach einem Schubser im Strafraum zu Boden, erneut forderten die Münchner einen Strafstoß. Stattdessen entschied Osmers auf Offensiv-Foul gegen den Bayern-Verteidiger (90.+9). Besonders Kane, Kimmich und Stanisic suchten danach vehement das Gespräch mit dem Schiedsrichter.
Eberl und Neuer mit deutlichen Worten
Auch Sportvorstand Max Eberl sparte nach dem Spiel nicht mit Kritik. Im Interview bei Sky erklärte er: „Heute führst du wieder, kriegst den Ausgleich, versuchst bis zum Ende alles, musstest gegen extrem große Widerstände kämpfen. Ein Stadion, das hinter dieser Mannschaft steht. Ein Schiedsrichter, der etwas überfordert war, aus meiner Sicht, der viele Situationen nicht gut eingeschätzt hat. Das ist meine Meinung.“
Kapitän Manuel Neuer ordnete die Situation ebenfalls ein und machte deutlich, wie kritisch die Häufung der Diskussionen zu bewerten ist. „Wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel ein Thema ist, dann ist es nie ein gutes Zeichen. Ich glaube, es ist immer am besten, wenn der Schiedsrichter nicht thematisiert wird. Weil dann weiß man, dass er das Spiel unter Kontrolle hatte. Aber wenn man so oft auch gefragt wird, dann spricht es nicht dafür“, sagte der Torwart in den Katakomben.
Der emotionale Schlagabtausch nach Spielende zeigte, wie tief der Frust bei den Bayern saß. Die Münchner hatten das Spiel zwischenzeitlich gedreht, verpassten es jedoch erneut, ihre Führung zu verteidigen. In Kombination mit den aus ihrer Sicht strittigen Entscheidungen führte dies zu einer explosiven Gemengelage.
Der Fokus dürfte nun schnell wieder auf das Sportliche rücken. Klar ist jedoch: Das 2:2 in Hamburg hat nicht nur Spuren in der Tabelle hinterlassen, sondern auch abseits des Rasens für erheblichen Zündstoff gesorgt.
