Der Frust beim FC Bayern München saß nach dem Remis beim Aufsteiger tief. Beim 2:2 im Volksparkstadion rückte schnell nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Umgang mit dem Schiedsrichter in den Fokus. Nun meldete sich ein HSV-Spieler zu Wort und teilte gegen mehrere Bayern-Stars aus.
Der Rekordmeister kam beim Hamburger SV trotz Favoritenrolle nicht über ein Unentschieden hinaus. Besonders eine Elfmeter-Entscheidung sorgte für Diskussionen: Nach einem Zweikampf zwischen Joshua Kimmich und Nicolai Remberg zeigte Schiedsrichter Harm Osmers auf den Punkt, Fabio Vieira verwandelte zum 1:0 für den HSV. Die Entscheidung wurde von den Münchnern als hart empfunden, der Ärger begleitete sie bis nach dem Abpfiff.
Auch Sportvorstand Max Eberl äußerte sich anschließend deutlich. „Du musstest gegen extreme Widrigkeiten kämpfen: ein Stadion, das komplett hinter dieser Mannschaft steht, und ein Schiedsrichter, der in einigen Situationen überfordert wirkte und vieles nicht gut eingeschätzt hat“, erklärte der Bayern-Boss. Gleichzeitig betonte er, dass dies keine Ausrede für die verlorenen Punkte sei.
Remberg: „Die haben wirklich viel mit dem Schiri diskutiert“

Remberg selbst bewertete die Elfmeter-Szene nüchtern. „Es war kein böses Foul, aber den Kontakt muss ich annehmen. Ich habe danach mit Kimmich gesprochen und er hat auch gesagt, dass es ein Foul war. Er hat es ganz cool so angenommen.“ Deutlich weniger Verständnis zeigte der Mittelfeldspieler jedoch für das Auftreten weiterer Münchner Akteure.
„Die haben wirklich viel mit dem Schiri diskutiert“, sagte der 25-Jährige über die Bayern-Spieler. „Die sind in jeder Situation hingerannt und haben nur reklamiert, da hätten wir alle gelb bekommen. Das war ein bisschen doll.“ Von der viel diskutierten Kapitänsregel habe er „nicht viel gesehen“.
Unterstützt wird dieses Bild auch durch Szenen nach Spielende. In den Katakomben kam es zu intensiven Gesprächen zwischen Bayern-Vertretern und dem Unparteiischen. Dabei fiel auch ein Satz von Harry Kane, der kopfschüttelnd an der Situation vorbeiging und hörbar sagte: „The worst i’ve ever met in football“ („Der Schlechteste, den ich je im Fußball getroffen habe.“).
HSV-Trainer Merlin Polzin schlug hingegen versöhnlichere Töne an. „Es ist völlig normal, dass du dir als FC Bayern beim Aufsteiger etwas anderes vornimmst, als mit laufender Spieldauer bei einem Unentschieden zu stehen“, erklärte er. Man habe versucht, „im Rahmen unserer Möglichkeiten und auf eine faire Art und Weise“ das Ergebnis zu verteidigen. Zu Rembergs Aussagen sagte Polzin lediglich: „Was Rambo genau meinte, weiß ich nicht.“
