Der FC Bayern hat sich in der Winter-Transferperiode auffällig zurückgehalten. Während zahlreiche europäische Topklubs nachjustierten, blieb es an der Säbener Straße ruhig. Diese Zurückhaltung ist kein Zufall, sondern Teil eines klaren Plans, wie Sportdirektor Christoph Freund nun bestätigte.
Sportlich gibt es derzeit wenig Anlass für hektische Eingriffe. Die Münchner haben in dieser Saison gezeigt, dass der Kader qualitativ zur europäischen Spitze zählt. In der Spitze ist der FC Bayern hervorragend besetzt, die Ergebnisse stimmen, die Entwicklung unter Vincent Kompany verläuft stabil. Dennoch wissen die Verantwortlichen, dass es im Sommer zu Veränderungen kommen wird – nicht aus Schwäche, sondern aus strategischer Überlegung.
Gerade in der Breite sehen die Bayern durchaus Optimierungspotenzial. Einzelne Positionen sind dünn besetzt oder perspektivisch offen, was eine gezielte Verstärkung notwendig macht. Die Zurückhaltung im Winter ist daher eher als Vorbereitung denn als Stillstand zu verstehen. An der Säbener Straße möchte man nicht reagieren, sondern agieren – und das zum richtigen Zeitpunkt.
Mehrere Baustellen für die neue Saison
Als größte Baustelle gilt weiterhin die Rechtsverteidiger-Position. Trotz verschiedener Lösungsansätze konnte diese Rolle bislang nicht dauerhaft auf internationalem Topniveau besetzt werden. Hier ist im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Neuverpflichtung eingeplant.
Auch im zentralen Mittelfeld könnte Bewegung entstehen. Der feststehende Abschied von Leon Goretzka nach Saisonende reißt eine Lücke, die sowohl sportlich als auch strukturell geschlossen werden muss. In der Offensive wiederum suchen die Bayern nach einem verlässlichen Backup für Luis Díaz auf dem linken Flügel, um die Belastung in einer langen Saison besser auffangen zu können.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt das Abwehrzentrum. Sollte die geplante Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano nicht zustande kommen, müssten die Münchner auch hier reagieren. Entsprechend breit sind die Szenarien, die intern bereits durchgespielt werden.
Freund bestätigt intensive Planungen im Hintergrund

Zuletzt kursierten Berichte, wonach der FC Bayern im Sommer 2026 eine große Transfer-Offensive starten könnte. Eine Investitionssumme von bis zu 200 Millionen Euro wurde dabei ins Spiel gebracht. Ob es tatsächlich zu einem derart großen finanziellen Kraftakt kommt, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Verantwortlichen die kommende Transferperiode sehr ernst nehmen.
Christoph Freund machte deutlich, dass die Planungen längst laufen. „Wir haben natürlich unsere Pläne, was dem Kader guttun könnte“, erklärte der Sportdirektor. Gleichzeitig betonte er, dass man sich nicht unter Druck setzen lasse. „Wir haben noch fünf Monate Zeit und wir haben aber auch gute junge Spieler, die verliehen sind, oder bei uns sind. Da ist noch einige Zeit hin, aber wir haben unsere Gedanken dazu.“
Diese Aussage unterstreicht den strategischen Ansatz der Bayern. Neben externen Transfers spielen auch interne Lösungen eine Rolle. Leihspieler und Talente aus dem eigenen Nachwuchs werden genau beobachtet und könnten in den Planungen eine größere Rolle einnehmen, als es von außen derzeit erscheint.
Der FC Bayern verfolgt damit eine klare Linie. Kein hektisches Nachbessern im Winter, kein Aktionismus aus Unsicherheit, sondern eine ruhige Analyse mit Blick auf den Sommer. Die Verantwortlichen sind überzeugt davon, dass der aktuelle Kader die Saison erfolgreich zu Ende spielen kann. Gleichzeitig soll die Basis für die kommende Spielzeit frühzeitig gelegt werden.
Klar ist aber auch: Solange wesentliche Personalien wie Dayot Upamecano, Manuel Neuer oder Serge Gnabry nicht final geklärt sind, können die Bayern aktuell nicht voll angreifen auf dem Transfermarkt.
