Musiala als Zugpferd: Bayern-Campus gehört zur Elite Europas

Tim Schoster

Der Nachwuchs rückt beim FC Bayern immer stärker in den Fokus. Während viele Klubs in Europa auf teure Transfers setzen, wächst in München seit Jahren ein beachtlicher Gegenwert aus eigener Ausbildung heran. Eine aktuelle Auswertung unterstreicht nun eindrucksvoll, welchen Stellenwert der Bayern-Campus im internationalen Vergleich hat.

Der Beleg dafür kommt aus der jüngsten Analyse des CIES Football Observatory. In der Erhebung zur aggregierten Transferwertsumme von noch unter Vertrag stehenden Eigengewächsen belegt der FC Bayern mit einem Gesamtwert von 284 Millionen Euro Rang drei weltweit. Nur der FC Barcelona und Manchester City liegen vor den Münchnern.

Damit reiht sich der deutsche Rekordmeister vor weiteren europäischen Schwergewichten ein. Klubs wie Real Madrid, Arsenal FC oder Chelsea FC folgen mit deutlichem Abstand. Grundlage der Studie sind ausschließlich Spieler, die mindestens drei Jahre zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr im jeweiligen Nachwuchs ausgebildet wurden und aktuell noch unter Vertrag stehen – im Klub selbst oder verliehen.

Aus Münchner Sicht sticht vor allem ein Name heraus: Jamal Musiala. Der Offensivspieler ist mit einem geschätzten Einzelwert von 87 Millionen Euro das wertvollste Campus-Produkt in der aktuellen Bayern-Bilanz. Insgesamt fließen 16 Eigengewächse in die Bewertung ein und machen den Campus zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor im Kadergefüge.

Der Campus fruchtet sportlich und wirtschaftlich

Die Zahlen unterstreichen eine Entwicklung, die intern seit Jahren forciert wird. Seit der Eröffnung des Campus im Jahr 2017 ist die Nachwuchsarbeit strategisch enger an den Profibereich angebunden. Talente sollen nicht nur sportlich ausgebildet, sondern gezielt auf den Übergang vorbereitet werden – auch mit Blick auf Marktwert und Kaderplanung.

International zeigt sich, wie hoch die Messlatte liegt. Beim FC Barcelona summiert sich der Transferwert von 22 Eigengewächsen auf 738 Millionen Euro, getragen von Spielern wie Lamine Yamal oder Alejandro Balde. Manchester City folgt mit 286 Millionen Euro und liegt damit nur knapp vor den Bayern. Der Abstand nach hinten ist jedoch deutlich: Platz vier, Real Madrid, kommt auf 256 Millionen Euro.

Für den FC Bayern ist die Platzierung ein klares Signal. Der Campus zählt nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich zur europäischen Spitze. Welche Spieler künftig den Sprung dauerhaft in die erste Mannschaft schaffen und welche andernorts ihren Marktwert bestätigen, bleibt abzuwarten. Mit Lennart Karl ist jedoch ein weiteres Eigengewächs aktuell auf dem Vormarsch.

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