Der Kaugummi-Vertragspoker zwischen dem FC Bayern und Dayot Upamecano ist sportlich wie medial längst zum Reizthema geworden – nun meldet sich auch Dietmar Hamann mit deutlichen Worten zu Wort.
Der Sky-Experte geht mit den Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters hart ins Gericht und zeigt sich vor allem von der Verhandlungsführung der Münchner irritiert. Für Hamann steht fest: In der Causa Upamecano hat der FC Bayern keine gute Figur abgegeben.
„Beifahrer bei den Verhandlungen“
Hamann sieht den Klub in einer ungewohnt passiven Rolle. „Die Bayern sind Beifahrer bei den Verhandlungen. Die werden von den Beratern am Nasenring durch die Manege geführt“, erklärte der frühere Nationalspieler bei Sky. Dabei verwies er auch auf ähnliche Situationen aus der jüngeren Vergangenheit, etwa bei Alphonso Davies oder Leroy Sané. Aus seiner Sicht droht dem FC Bayern ein schleichender Autoritätsverlust, wenn solche Prozesse immer wieder über Monate hinweg öffentlich ausgetragen werden.
Besonders kritisch bewertet Hamann die Außenwirkung. Der zähe Poker habe dazu geführt, dass sich ein Teil der Fans zunehmend gegen Upamecano gestellt habe – ein Effekt, der aus seiner Sicht vermeidbar gewesen wäre. „Der Verein muss aufpassen, dass er nicht komplett sein Gesicht verliert“, so der 52-Jährige.

Trotz der scharfen Kritik an den Bayern-Bossen stellt Hamann eines klar: Die Schuld sieht er nicht beim Spieler. „Upamecano hat nichts verkehrt gemacht. Der hat vom Verein ein Angebot und der Verein hat das laufen lassen seit Wochen und Monaten. Solange der Verein keine Deadline setzt, muss er sich nicht entscheiden“, betonte der TV-Experte.
Gerade dieser Punkt sei aus seiner Sicht entscheidend. Wer keine klaren Fristen setzt, dürfe sich nicht wundern, wenn sich Verhandlungen in die Länge ziehen. Umso mehr störte Hamann die jüngsten Enthüllungen rund um den Poker.
Rückzug des Angebots sorgt für Kopfschütteln
Als in der Sky-Sendung bekannt wurde, dass der FC Bayern das Vertragsangebot zwischenzeitlich sogar zurückgezogen hatte und Upamecano dennoch kurz darauf seine Bereitschaft zur Verlängerung signalisierte, reagierte Hamann fassungslos. „Das ist für den Verein ein Armutszeugnis, wenn das so gewesen sein sollte. Eine größere Schwäche kann ein Verein doch nicht zeigen“, urteilte er deutlich.
Aus Sicht Hamanns hätte der FC Bayern nach dem langen Zögern des Spielers konsequent handeln müssen. Statt erneut auf Augenhöhe einzusteigen, hätte man ein neues, weniger attraktives Angebot unterbreiten sollen, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken.
Der Vertrag von Upamecano läuft im kommenden Sommer aus. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der Franzose noch in dieser Woche sein neues Arbeitspapier bis 2030 beim deutschen Rekordmeister unterzeichnen.
