Kompanys Abwehr-Pläne: Warum Upamecano für Bayern so wichtig ist

Vjekoslav Keskic

Nach einem monatelangen und teils kuriosen Vertragspoker steht fest: Dayot Upamecano bleibt beim FC Bayern. Eine Entscheidung, die weit über seine eigene Zukunft hinausreicht und die defensive Kaderplanung der Münchner maßgeblich beeinflusst.

Mit der bevorstehenden Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano verschafft sich der FC Bayern frühzeitig Planungssicherheit im Abwehrzentrum. Gemeinsam mit Jonathan Tah wird der französische Nationalspieler mindestens bis zum Sommer 2027 das gesetzte Innenverteidiger-Duo der Münchner bilden. Die Chemie zwischen beiden hat in dieser Saison bereits mehrfach überzeugt, sowohl in der Bundesliga als auch auf internationalem Niveau.

Für Trainer Vincent Kompany bedeutet diese Konstellation vor allem eines: Verlässlichkeit. Die Defensive der Bayern galt lange Zeit als zu wacklig. Das Duo Tah-Upamecano ist jetzt als Fixpunkt gesetzt. Genau diese Stabilität wollen die Verantwortlichen nun langfristig sichern – und haben mit der Einigung ein zentrales Baustellenthema geschlossen.

Schlotterbeck spielt in München keine Rolle mehr

Nico Schlotterbeck, Dayot Upamecano
Foto: IMAGO/Maximilian Koch

Mit dem Upamecano-Verbleib reduziert sich zugleich der Handlungsdruck auf dem Transfermarkt. Wäre der Franzose ablösefrei gegangen, hätte der FC Bayern reagieren müssen – vermutlich mit einer kostspieligen Lösung. Einer der Namen, die in diesem Zusammenhang immer wieder fielen, war Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund.

Gerüchten zufolge hatte der 26-Jährige sogar auf einen Wechsel zum Rekordmeister spekuliert und seine eigenen Vertragsgespräche beim BVB bewusst verzögert. Doch diese Option ist vom Tisch. Wie Sky berichtet, ist ein Schlotterbeck-Transfer nach München mit der Verlängerung von Upamecano praktisch ausgeschlossen. Der FC Bayern sieht im Abwehrzentrum keinen Bedarf mehr für einen weiteren Top-Innenverteidiger dieser Kategorie.

Kim bleibt Verkaufskandidat – Fokus verschiebt sich

Während die Positionen von Tah und Upamecano klar definiert sind, rückt ein anderer Name stärker in den Fokus: Minjae Kim. Trotz seines langfristigen Vertrags bleibt der Südkoreaner ein Verkaufskandidat. Nach Informationen von Sky werden die Bayern weiterhin versuchen, Kim im Sommer abzugeben, sollte sich eine passende Gelegenheit ergeben.

Bereits im Winter gab es demnach konkretes Interesse aus England, Spanien, Italien und der Türkei. Kim selbst lehnte einen Wechsel jedoch ab. An der grundsätzlichen Haltung der Bayern ändert das wenig. Mit Hiroki Ito und Josip Stanisic stehen bereits zwei flexible Alternativen bereit, wobei vor allem Stanisic in der kommenden Saison verstärkt im Abwehrzentrum eingeplant ist – vorausgesetzt, die Münchner lösen ihre nächste große Baustelle.

Denn unabhängig von der Situation in der Innenverteidigung steht für Max Eberl nun ein anderes Thema ganz oben auf der Prioritätenliste: die Verpflichtung eines neuen Rechtsverteidigers. Upamecanos Verlängerung schafft dafür finanziellen und strukturellen Spielraum – und sorgt dafür, dass die Bayern ihren Sommer-Fokus klarer denn je ausrichten können.

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