Magath kritisiert Harry Kane: „Er hilft dem FC Bayern so nicht“

Vjekoslav Keskic

Nach dem enttäuschenden 2:2 beim Hamburger SV steht der FC Bayern erneut in der Kritik. Ex-Trainer Felix Magath nimmt dabei vor allem Harry Kane ins Visier – und stellt dessen Rolle im Spielsystem grundsätzlich infrage.

Beim FC Bayern ist nach dem zweiten sieglosen Bundesliga-Spiel in Folge eine ungewohnte Diskussion entbrannt. Zwar beträgt der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund weiterhin sechs Punkte, doch die jüngsten Auftritte lassen Zweifel aufkommen. Gegen den HSV präsentierten sich die Münchner ungewohnt anfällig, verloren mehrfach die Kontrolle und ließen sich von einem Aufsteiger zu oft auskontern. Für viele Beobachter ist das mehr als nur ein Ausrutscher.

Magath sieht Kane falsch eingesetzt

Harry Kane
Foto: IMAGO

Deutliche Worte findet nun Ex-Bayern-Trainer Felix Magath. Der frühere Meistercoach kritisierte im Gespräch mit RTL/ntv und sport.de vor allem den Spielstil von Harry Kane. Zwar traf der Engländer auch in Hamburg, doch Magath hält dessen Rolle für problematisch. „Ich würde Spieler immer nach ihren Stärken einsetzen. Harry Kane kann Tore schießen. Er wird von allen gelobt und jeder jubelt, dass er auch hinten rumläuft. Aber das ist nicht sein Job“, stellte Magath klar.

Aus Sicht des 71-Jährigen bringt es der Mannschaft wenig, wenn sich der Torjäger immer wieder tief ins Mittelfeld oder gar in die eigene Hälfte fallen lässt. Kane helfe dem Team deutlich mehr, wenn er sich auf das konzentriere, was ihn auszeichnet: Tore erzielen. „Er kann hinten so viele Bälle klären, wie er will, aber er hilft der Mannschaft mehr, wenn er vorne steht, wartet, den Ball bekommt und ihn reinschießt“, so Magath weiter.

Zwischen den Zeilen ist diese Kritik auch als Seitenhieb gegen Vincent Kompany zu verstehen. Der Bayern-Trainer schätzt Kanes mannschaftsdienliche Spielweise und hat sie mehrfach öffentlich gelobt. Magath hingegen sieht genau darin ein strukturelles Problem, das der Offensive Klarheit und Präsenz im Strafraum nimmt.

Kritik auch an Bayerns Umgang mit Schiedsrichtern

Neben Kane äußerte sich Magath auch grundsätzlich besorgt über die aktuelle Entwicklung beim FC Bayern. Besonders die laute Kritik der Münchner an Schiedsrichter Harm Osmers nach dem HSV-Spiel hält er für fehl am Platz. „Diese Meckerei von den Spielern ist unnötig. Das war kein unfaires Spiel“, erklärte der frühere Bayern-Coach.

Magath ging sogar noch weiter und stellte klar, dass der FC Bayern historisch eher von Schiedsrichterentscheidungen profitiert habe. „Der FC Bayern braucht sich nicht beschweren, dass er zu viele Pfiffe in der Bundesliga für oder gegen sich kriegt. Es wird meistens für Bayern gepfiffen. Man sucht überall Fehler, nur nicht bei sich selbst“, so sein Urteil. Für ihn liegt der Schlüssel nicht bei äußeren Umständen, sondern in der eigenen Leistung.

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