Beim FC Bayern werden Siege als Selbstverständlichkeit betrachtet – entsprechend ungewöhnlich ist das interne Prämienmodell des deutschen Rekordmeisters. Statt klassischer Punkt- oder Siegprämien setzt der Klub auf ein komplexes System aus Einsatz-, Titel- und Leistungsboni. Im schlimmsten Fall drohen den Stars sogar empfindliche Gehaltseinbußen.
Wie die Sport BILD berichtet, zahlt der FC Bayern grundsätzlich keine Punkt- oder Siegprämien. Erfolge in der Bundesliga gelten als Pflicht und sind mit dem Fixgehalt abgegolten. Stattdessen haben einzelne Spieler sogenannte Einsatzboni in ihren Verträgen verankert.
Diese greifen gestaffelt nach absolvierten Pflichtspielen. Demnach sollen bei einigen Profis Prämien von rund 100.000 Euro nach fünf Einsätzen fällig werden – weitere Zahlungen folgen nach zehn, 15 oder mehr Spielen. Andere Verträge sehen Intervalle von sieben Partien vor. Vor allem Spieler außerhalb der absoluten Top-Verdiener sollen auf diese Weise bis zu 500.000 Euro pro Saison zusätzlich verdienen können.
Titel bringen Extra-Geld
Zusätzlich zu den Einsatzboni winken im Erfolgsfall individuelle Titelprämien. Diese werden laut Bericht persönlich ausgehandelt und unterscheiden sich je nach Vertrag. Für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft sollen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich sein. Ähnliche Summen stehen demnach auch für den Triumph in der Champions League im Raum – in vielen Fällen ebenfalls rund eine halbe Million Euro.
Das Erreichen der Königsklasse selbst wird beim FC Bayern jedoch vorausgesetzt. Eine Champions-League-Qualifikation ist mit dem Grundgehalt sowie den jährlichen Leistungsprämien bereits abgegolten und wird nicht gesondert honoriert.
Verpassen der Champions League hätte drastische Folgen
Besonders brisant: Sollte der FC Bayern die Qualifikation für die Champions League verpassen, drohen einigen Topverdienern empfindliche Einschnitte. Nach Informationen von Sport BILD sehen bestimmte Verträge für diesen Fall eine Gehaltsreduzierung in der Folgesaison vor – teilweise um bis zu 30 Prozent.
Ein Szenario, das in München zwar als äußerst unwahrscheinlich gilt, intern aber vertraglich klar geregelt ist. Der finanzielle Druck soll sicherstellen, dass die sportlichen Mindestziele Jahr für Jahr erreicht werden.
Auch Mitarbeiter profitieren vom Erfolg
Nicht nur die Spieler profitieren von Titeln. Auch die übrigen Mitarbeiter des Vereins sind in das Bonussystem eingebunden. Die genauen Prämien sind in individuellen Zielvereinbarungen festgelegt. Historisch zeigte sich der Klub dabei durchaus großzügig: Für das Triple 2013 erhielten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pauschal zweieinhalb Monatsgehälter als Bonus.
Das Prämienmodell des FC Bayern zeigt deutlich: Erfolg ist Pflicht – und wird nur dann zusätzlich belohnt, wenn er über das Erwartbare hinausgeht. Scheitert man hingegen an den Mindestzielen, kann es für selbst die größten Stars teuer werden.
