Bayern-Legende platzt der Kragen: „Hört auf, immer wieder nach Neuer zu rufen“

Vjekoslav Keskic

Die Torwartfrage in der deutschen Nationalmannschaft sorgt seit Monaten für Diskussionen – und genau diese Debatte geht einer Bayern-Legende inzwischen gehörig auf die Nerven. Sepp Maier hat deutlich gemacht, was er von den immer wieder aufflammenden Spekulationen um eine Rückkehr von Manuel Neuer hält: nichts.

Auslöser der erneuten Diskussion war die schwere Verletzung von Marc-André ter Stegen, der nach dem Rücktritt von Manuel Neuer im Jahr 2024 die Nummer eins im DFB-Tor übernommen hatte. Kaum war der Ausfall des Barça-Keepers bekannt, wurde in Teilen der Öffentlichkeit erneut der Ruf nach Neuer laut – sehr zum Unmut von Sepp Maier.

„Das Thema nervt ein bisschen. Immer wenn etwas passiert, wird sofort nach Manu gerufen“, sagte der 81-Jährige gegenüber SPORT1. Zwar zeige das den außergewöhnlichen Stellenwert, den Neuer noch immer habe, doch helfe es der Nationalmannschaft aus Maiers Sicht in keiner Weise weiter. Im Gegenteil: „Es hilft der aktuellen Mannschaft und Entwicklung nicht weiter.“

Für Maier ist ein DFB-Comeback des bald 40-jährigen Neuer ohnehin ausgeschlossen. „Hat man etwas vom Bundestrainer dazu gehört? Nein. Hört auf, immer wieder über eine Rückkehr zu spekulieren“, stellte der Weltmeister von 1974 klar.

Klare Hierarchie statt alter Baustellen

Julian Nagelsmann
Foto: IMAGO

Statt nostalgischer Rückblicke fordert Maier einen klaren Blick nach vorn. „Die Mannschaft braucht Ruhe, Vertrauen und Klarheit“, betonte der frühere Nationaltorhüter. Für ihn ist die Rollenverteilung eindeutig: Oliver Baumann sei die Nummer eins, dahinter gebe es weitere leistungsstarke Torhüter. Manuel Neuer bleibe zwar eine Weltklasse-Persönlichkeit, „aber eben nicht mehr im DFB-Tor. Damit sollte es auch gut sein.“

Auch den Ausfall von ter Stegen ordnete Maier nüchtern ein. Persönlich tue es ihm „extrem leid“, da sich der Keeper diese Rolle über Jahre erarbeitet habe und durch seinen Wechsel zum FC Girona endlich wieder regelmäßig Spielpraxis sammeln konnte. Sportlich sei der Verlust zwar schmerzhaft, doch Panikmache sei fehl am Platz. „Aber man darf jetzt auch nicht so tun, als würde deswegen alles zusammenbrechen.“

Für Maier ist entscheidend, dass der DFB geschlossen hinter der neuen Nummer eins steht – ohne alte Debatten neu zu entfachen. Nur so könne sich die Nationalmannschaft stabil entwickeln.

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