Während sich der FC Bayern im Winter-Transferfenster bewusst gegen externe Verstärkungen entschied, herrschte hinter den Kulissen am Campus rege Bewegung. Nach mehreren Leihen und festen Abgängen hat der Rekordmeister nun auch nach dem Deadline Day einen weiteren Abschied aus dem Nachwuchsbereich bestätigt. Mittelfeldspieler Max Mergner verlässt die Münchner mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem österreichischen Zweitligisten First Vienna FC an.
Der Abgang reiht sich ein in eine Phase des strukturellen Umbruchs am Bayern-Campus. Die zweite Mannschaft des FCB spielt weiterhin in der Regionalliga, der sportliche Sprung zu den Profis ist größer denn je. Um talentierten Spielern dennoch Entwicklungsperspektiven zu bieten, setzen die Verantwortlichen seit Jahren verstärkt auf Leihmodelle oder gezielte Wechsel in höherklassige Ligen. Auch im vergangenen Winter war diese Strategie erneut deutlich zu erkennen.
Bayern setzt auf Durchlässigkeit statt Stillstand
Mit Felipe Chávez, Grayson Dettoni, Magnus Dalpiaz, Javier Fernández, Moritz Göttlicher und Adin Licina haben bereits sechs Nachwuchsspieler den Verein in der Winterpause verlassen. Vier von ihnen sammelten per Leihe Spielpraxis, zwei entschieden sich für einen festen Abschied. Jetzt folgt mit Max Mergner ein weiterer Spieler, der am Campus ausgebildet wurde, aber zuletzt sportlich auf der Stelle trat.
Der defensive Mittelfeldspieler kam in der laufenden Regionalliga-Saison über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. Für einen 19-Jährigen, der den nächsten Schritt im Profifußball machen will, eine schwierige Ausgangslage. Der Wechsel nach Österreich bietet Mergner nun die Chance, sich in einem neuen Umfeld regelmäßig auf höherem Niveau zu beweisen und Verantwortung zu übernehmen.
Zwölf Jahre Bayern – jetzt der Neuanfang

Kaum ein anderer Nachwuchsspieler steht sinnbildlicher für den langfristigen Ausbildungsansatz des FC Bayern. Bereits im Jahr 2014, im Alter von neun Jahren, wechselte Mergner zur U9 des Rekordmeisters. Seitdem durchlief er sämtliche Jugendmannschaften an der Säbener Straße und am Campus. Zwölf Jahre lang trug er das Bayern-Trikot, entwickelte sich fußballerisch wie menschlich innerhalb der Vereinsstruktur.
Dass es am Ende nicht für den Durchbruch in München reichte, ist kein Einzelfall, sondern Teil der Realität im internationalen Spitzenfußball. Der Konkurrenzkampf beim FC Bayern ist brutal, die Wege zu Einsatzzeiten bei den Profis extrem schmal. Für viele Talente führt der sinnvollste Entwicklungsschritt daher über einen Vereinswechsel.
Mit dem First Vienna FC hat sich Mergner bewusst für einen Traditionsklub entschieden. Der älteste Fußballverein Österreichs bietet ihm in der 2. Liga ein professionelles Umfeld, in dem er Spielpraxis sammeln und sich neu positionieren kann. Für den FC Bayern ist der Abgang ein weiterer Beleg dafür, dass man am Campus zunehmend auf individuelle Karrierepfade setzt.
