Upamecano als Maßstab? Bayern droht der nächste Gehaltspoker

Vjekoslav Keskic

Mit der bevorstehenden Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano hat der FC Bayern eine der größten Baustellen in der Kaderplanung geschlossen. Monatelang hatte sich der Poker mit dem französischen Innenverteidiger gezogen, ehe es zuletzt zur Einigung kam. Doch an der Säbener Straße kehrt keine Ruhe ein. Denn kaum ist die eine Personalie geklärt, rückt bereits die nächste in den Fokus: Konrad Laimer.

Der FC Bayern möchte den Vertrag mit dem österreichischen Nationalspieler idealerweise frühzeitig verlängern. Unter Vincent Kompany hat sich Laimer vom einstigen Kaderspieler zu einem unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt, der nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch intern als Führungspersönlichkeit gilt. Genau deshalb soll er auch langfristig eine tragende Rolle im Münchner Kader einnehmen.

Gehaltsfrage bremst Gespräche aus

Konrad Laimer
Foto: IMAGO

Wie die Sport BILD berichtet, kommen die Gespräche zwischen Klub und Spielerseite aktuell jedoch kaum voran. Der Grund liegt demnach vor allem in der Gehaltsfrage. Nach Informationen des Blatts sind bislang keine nennenswerten Fortschritte erzielt worden, weil die Vorstellungen beider Seiten noch auseinanderliegen.

Brisant ist dabei die Parallele zum monatelangen Vertragspoker mit Dayot Upamecano. Auch im Fall Laimer sollen die Berater intensiv um eine deutliche Gehaltserhöhung verhandeln. Laut Sport BILD-Chefreporter Tobias Altschäffl geht es für den 28-Jährigen um den „letzten großen Vertrag“ seiner Karriere – entsprechend hoch ist der Anspruch der Spielerseite, das Maximum herauszuholen.

Hat Bayern aus der Upamecano-Saga gelernt?

Aktuell soll Laimer beim FC Bayern zwischen acht und neun Millionen Euro pro Jahr verdienen. Nach seinen konstant starken Leistungen in den vergangenen Jahren hat der ÖFB-Kicker durchaus Argumente gesammelt, um ein verbessertes Angebot einzufordern. Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzender psychologischer Faktor: Die Laimer-Seite hat genau beobachtet, wie weit die Bayern im Fall Upamecano gegangen sind. Der Franzose soll künftig bis zu 20 Millionen Euro jährlich verdienen – eine Dimension, in die Laimer zwar nicht vorstoßen wird, die aber die Erwartungshaltung insgesamt beeinflusst.

Im Oktober hatte sich Laimer noch betont entspannt gezeigt und erklärt, dass er sich in München sehr wohlfühle und für Gespräche offen sei. Sein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2027, weshalb für den FC Bayern kein akuter Zeitdruck besteht. Genau darin liegt jedoch auch die Lehre aus dem Upamecano-Poker: Zieht sich eine Verlängerung zu lange hin, drohen am Ende unnötige Zugeständnisse – etwa in Form eines hohen Handgelds.

Aus Bayern-Sicht wäre eine frühzeitige Einigung daher wünschenswert. Noch ist genügend Zeit, um eine Lösung zu finden. Doch die aktuelle Stagnation zeigt: Nach der Vertragsverlängerung ist vor dem Vertragspoker.

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