Die monatelange Hängepartie ist beendet, doch Ruhe ist beim FC Bayern damit längst nicht eingekehrt. Dayot Upamecano hat sich nach einem zähen Vertragspoker für einen Verbleib beim Rekordmeister entschieden – eine Entscheidung, die die Bayern-Fans sichtbar spaltet.
Sportlich bedeutet das Ja des 27-Jährigen Planungssicherheit in der Defensive. Emotional hinterlässt der Weg dorthin jedoch tiefe Spuren. Wochenlang hatten Upamecano und seine Berater gezögert, erst nachdem der Klub das Vertragsangebot am Montag offiziell zurückgezogen hatte, kam die Kehrtwende. Der Innenverteidiger signalisierte plötzlich seine Bereitschaft zur Verlängerung, die Bayern reaktivierten das Angebot – die Einigung steht kurz vor der Unterschrift.
Zwischen Rückhalt und blankem Frust

In den sozialen Netzwerken prallen seitdem zwei Lager aufeinander. Die einen sehen in Upamecano einen zentralen Baustein für die kommenden Jahre und sprechen von einer gesicherten Defensive bis 2030. Andere Fans zeigen sich deutlich verärgert über das monatelange Pokerspiel und die hohe finanzielle Dimension des neuen Vertrags. Begriffe wie „Gier“ und „Erpressung“ tauchen immer wieder auf.
Auch eine aktuelle Online-Abstimmung der BILD zeigt das Stimmungsbild: Eine deutliche Mehrheit (83 Prozent) ist überzeugt, der FC Bayern hätte härter bleiben und das Angebot nicht noch einmal auf den Tisch legen sollen. Nur eine Minderheit (15 Prozent) begrüßt die Verlängerung ausdrücklich.
Verhaltener Empfang beim ersten Fan-Kontakt
Wie sensibel das Thema ist, zeigte sich am Mittwochvormittag beim öffentlichen Training an der Säbener Straße. Rund 500 Fans verfolgten die Einheit bei eisigen Temperaturen, doch Upamecano stand nicht im Mittelpunkt. Weder Pfiffe noch offene Unmutsbekundungen waren zu hören – allerdings auch kein Jubel. Während sich bei Jamal Musiala, Manuel Neuer oder Michael Olise die Fans um Autogramme drängten, blieb das Interesse am Franzosen vergleichsweise überschaubar.
Formal fehlt nur noch die Unterschrift. Die Eckdaten des neuen Vertrags gelten als fix: Laufzeit bis 2030, ein Jahresgehalt von rund 20 Millionen Euro. Streitpunkt in den Verhandlungen war vor allem das Handgeld in gleicher Höhe, das die Spielerseite als Einmalzahlung forderte, während der Klub auf eine Verteilung über die Vertragslaufzeit bestand.
Sportlich ist der Deal ein starkes Signal. Emotional bleibt er für viele Fans ein schwieriges Kapitel. Upamecano bleibt – doch er wird sich seinen Rückhalt auf den Rängen wohl erst wieder erarbeiten müssen.
