Der Vertragspoker um Dayot Upamecano hat beim FC Bayern Spuren hinterlassen. Zwar steht die Verlängerung des Innenverteidigers inzwischen kurz bevor, doch auf dem Weg dorthin gab es auch Ärger – insbesondere bei Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Der 74-Jährige machte zuletzt keinen Hehl daraus, wie sehr ihn das Verhalten der Spielerseite aufgebracht hatte. Im Gespräch mit dem kicker hatte Hoeneß deutliche Worte gefunden. Er fürchte, dass Upamecanos Berater „alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen“. Über deren Vorgehen und Forderungen sagte er unmissverständlich: „Über dieses Verhalten bin ich entsetzt.“
Rückendeckung erhielt Hoeneß nun von Michael Reschke. Der frühere Bayern-Kaderplaner ordnete die Situation im Interview mit der Abendzeitung ein und stellte klar, dass die Vorwürfe keineswegs aus der Luft gegriffen seien. „Dass Berater oftmals problematisch sind, war schon immer so. Und wenn Uli Hoeneß das in diesem Fall behauptet, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass er entsprechende Informationen von Max Eberl, Christoph Freund oder Jan-Christian Dreesen bekommen hat“, erklärte Reschke.
Tatsächlich wollte man sich an der Säbener Straße nicht länger hinhalten lassen. Nachdem das letzte Vertragsangebot Berichten zufolge zwischenzeitlich zurückgezogen worden war, kam es zur Wende. Upamecano übernahm selbst Verantwortung, trat an die Klubführung heran und signalisierte seine Bereitschaft zur Unterschrift. Erst dieser Schritt beendete das monatelange Tauziehen.
Reschke erinnert sich zurück an seine Bayern-Zeit
Reschke machte deutlich, dass der aktuelle Fall kein Einzelfall sei. Bereits während seiner eigenen Zeit beim FC Bayern zwischen 2014 und 2017 habe es ähnliche Situationen gegeben. „Auch damals haben Berater Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß manchmal zur Weißglut getrieben“, erinnerte sich der 68-Jährige. Gleichzeitig betonte er, dass die damalige Klubführung diese Konflikte meist intern gehalten habe. Beide hätten „dies nur selten nach außen getragen, sondern haben immer professionelle Antworten gefunden“.

Eine grundsätzliche Machtverschiebung zugunsten der Berater sieht Reschke dennoch nicht. „Grade die großen Klubs wie der FCB sind nach wie vor mächtig und drehen das entscheidende Rad“, sagte er. Entscheidend sei eine klare Linie der Vereine. „Natürlich haben Berater Einfluss und eine gewisse Macht, aber es ist auch nicht jeder Spieler in so einer exklusiven Position, wie es bei Upamecano derzeit der Fall ist.“
