Goretzka bleibt – und geht im Sommer: Warum diese Lösung für Bayern aufgeht

Vjekoslav Keskic

Leon Goretzka wird den FC Bayern im kommenden Sommer verlassen. Dass der Nationalspieler das Winter-Transferfenster dennoch in München beendet, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis einer bewusst getroffenen, strategischen Entscheidung, die sportlich wie menschlich überzeugt.

Nach Wochen der Spekulation herrscht Klarheit: Leon Goretzka bleibt dem FC Bayern bis zum Saisonende erhalten, wird den Klub anschließend aber verlassen. Eine Lösung, die für alle Seiten Sinn ergibt – und die vor allem durch ihre offene, wertschätzende Kommunikation auffällt. Genau das hoben auch die Sky-Reporter Felix Fischer, Kerry Hau und Torben Hoffmann im Podcast Mia san vier hervor.

Wertschätzung statt Schublade: So wurde Goretzkas Situation gelöst

Besonders Hoffmann zeigte sich angetan vom Umgang des FC Bayern mit der Personalie Goretzka. Die öffentliche Einordnung auf der Pressekonferenz sei ein bewusster Kontrast zu früheren Fällen gewesen. „Man hat ein bisschen aus der Vergangenheit gelernt“, sagte Hoffmann und lobte die klaren Worte von Vincent Kompany und Sportdirektor Christoph Freund. Beide hätten transparent gemacht, dass Goretzka im Sommer eigentlich auf der Verkaufsliste stand, sich dann aber bewusst für den Konkurrenzkampf entschied.

„Die Art und Weise, wie es kommuniziert wurde, fand ich richtig gut. Sehr wertschätzend“, so Hoffmann. Besonders Kompany habe herausgestellt, welchen Charakter Goretzka gezeigt habe, indem er sich „durchgebissen“ und sportlich zurückgekämpft habe. Auch die Reaktion des Spielers selbst kam bei den Podcastern gut an. Goretzka habe offen formuliert, dass er sich wohlfühle, die Mannschaft schätze und die noch möglichen Titel „abgreifen“ wolle. Ein Abgang mit Haltung – nicht mit Groll.

Warum ein Winterverkauf keinen Sinn ergeben hätte

Leon Goretzka
Foto: IMAGO

Aus sportlicher Sicht war ein sofortiger Abschied ohnehin kaum zu rechtfertigen. Hau ordnete die Lage nüchtern ein und machte deutlich, warum der FC Bayern trotz möglicher Einsparungen bewusst auf einen Winterverkauf verzichtet hat. „Was ist das am Ende wert, wenn du einen Spieler verlierst, auf den du setzen kannst?“, fragte Hau mit Blick auf mögliche fünf bis acht Millionen Euro Gehaltseinsparung.

Gerade gegen körperlich starke Gegner bringe Goretzka ein Profil mit, das im aktuellen Kader nicht beliebig ersetzbar sei. Robustheit, Erfahrung und Präsenz im Zentrum – Qualitäten, die in der heißen Saisonphase entscheidend sein können. Hinzu kommt der persönliche Faktor: Mit Blick auf eine mögliche WM-Teilnahme wäre ein Wechsel ins Ausland im Winter ein unnötiges Risiko gewesen. „Es wäre töricht gewesen, jetzt irgendwo hinzugehen und nicht sofort gesetzt zu sein“, erklärte Hau.

Stattdessen bleibt Goretzka Teil eines funktionierenden Gefüges, kann sportlich liefern und sich parallel in Ruhe mit potenziellen neuen Arbeitgebern beschäftigen. Für den FC Bayern bedeutet das Planungssicherheit, sportliche Tiefe und einen Abschied ohne Nebengeräusche.

Am Ende ist es eine Lösung, die fast schon ungewöhnlich ruhig daherkommt – und gerade deshalb überzeugt. Goretzka geht im Sommer nach erfolgreichen Jahren beim FC Bayern, mit Titeln, Respekt und einem klaren Schlussstrich. Und der Rekordmeister zeigt, dass saubere Personalpolitik nicht immer spektakuläre Transfers braucht, sondern manchmal einfach kluge Entscheidungen zur richtigen Zeit.

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